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BARF für Welpen: Ab wann und wie richtig anfangen?

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BARF für Welpen: Ab wann und wie richtig anfangen?

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Ein kleines Fellknäuel zieht bei dir ein — und du möchtest von Anfang an alles richtig machen. Verständlich! Die Frage, ob man einen Welpen schon barfen kann, höre ich ständig. Und die kurze Antwort lautet: Ja, absolut! Aber es gibt ein paar wichtige Dinge, die du beachten solltest.

In diesem Guide erkläre ich dir genau, ab wann du mit BARF starten kannst, wie du die Mengen für deinen Welpen berechnest und worauf du besonders achten musst. Keine Sorge — es ist weniger kompliziert, als du denkst.

Ab wann kann ich meinen Welpen barfen?

Grundsätzlich kannst du deinen Welpen ab dem Tag des Einzugs barfen — also in der Regel ab der 8. bis 10. Lebenswoche. Viele Züchter beginnen sogar schon früher damit, ihre Welpen an rohes Fleisch zu gewöhnen. Wenn dein Züchter bereits barft, hast du es besonders leicht.

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Falls dein Welpe bisher Trockenfutter oder Nassfutter bekommen hat, ist das auch kein Problem. Die Umstellung braucht dann nur etwas mehr Geduld — aber dazu kommen wir gleich.

Gut zu wissen: Welpen, die von Anfang an gebarft werden, kennen oft gar nichts anderes und nehmen rohes Futter völlig selbstverständlich an. Je jünger der Hund, desto unkomplizierter ist der Einstieg.

Warum BARF gerade für Welpen sinnvoll ist

In der Wachstumsphase legt dein Welpe das Fundament für sein ganzes späteres Leben. Was er jetzt bekommt, beeinflusst seine Knochen, Gelenke, Zähne, sein Immunsystem und sogar sein Verhalten. Mit BARF hast du die volle Kontrolle darüber, was in den Napf kommt:

  • Natürliches Kalzium-Phosphor-Verhältnis — wichtig für gesundes Knochenwachstum
  • Hochwertige Proteine — für den Muskelaufbau
  • Keine künstlichen Zusatzstoffe — weniger Allergien und Unverträglichkeiten
  • Frische Nährstoffe — nicht durch Erhitzen zerstört
  • Kauen an rohen Knochen — fördert den Zahnwechsel und die Kiefermuskulatur

Die Futtermenge für Welpen berechnen

Hier liegt der größte Unterschied zum erwachsenen Hund: Welpen brauchen prozentual deutlich mehr Futter, weil sie so schnell wachsen. Die Futtermenge orientiert sich am aktuellen Körpergewicht — und muss regelmäßig angepasst werden.

Barf welpen ab wann anfangen — step-by-step visual example
Barf welpen ab wann anfangen
Alter des Welpen Futtermenge (% Körpergewicht) Mahlzeiten pro Tag
8–16 Wochen6–8 %4 Mahlzeiten
4–6 Monate5–6 %3 Mahlzeiten
6–9 Monate4–5 %2–3 Mahlzeiten
9–12 Monate3–4 %2 Mahlzeiten
Ab 12 Monate2–3 %1–2 Mahlzeiten

Ein konkretes Beispiel

Dein Welpe wiegt 5 kg und ist 12 Wochen alt. Die Rechnung geht so:

  • 5 kg × 7 % = 350 g Futter pro Tag
  • Aufgeteilt auf 4 Mahlzeiten = ca. 87 g pro Mahlzeit

Wichtig: Wiege deinen Welpen jede Woche und passe die Menge an. In der Wachstumsphase ändert sich das Gewicht schnell — manchmal von Woche zu Woche.

Die richtige Zusammensetzung für Welpen

Die Grundaufteilung ähnelt der für erwachsene Hunde, mit ein paar wichtigen Anpassungen:

Barf welpen ab wann anfangen — helpful reference illustration
Barf welpen ab wann anfangen
Bestandteil Anteil für Welpen Hinweis
Muskelfleisch45–50 %Verschiedene Sorten abwechseln
Pansen / Blättermagen15 %Wichtig für die Verdauung
Rohe fleischige Knochen10–15 %Weiche Knochen wie Hühnerhälse
Innereien10 %Davon 5 % Leber — nicht mehr!
Gemüse & Obst15–20 %Püriert oder gedünstet
Achtung bei großen Rassen: Welpen großer Rassen (ausgewachsen über 25 kg) dürfen nicht zu schnell wachsen! Zu viel Kalzium und Energie können zu Knochenwachstumsstörungen führen. Halte den Knochenanteil eher bei 10 % und wiege regelmäßig.

Knochen für Welpen — was geht, was nicht?

Knochen sind für Welpen super wichtig — sie liefern Kalzium und Phosphor und unterstützen den Zahnwechsel. Aber du solltest wirklich nur weiche, rohe Knochen geben:

Geeignet für Welpen

  • Hühnerhälse — der Klassiker für Welpen, weich und gut kaubar
  • Hühnerkarkassen — ebenfalls weich und gut verträglich
  • Entenhälse — etwas größer, gut für mittelgroße Welpen
  • Lammrippen — weich und lecker, ab ca. 4 Monaten

Nicht geeignet für Welpen

  • Tragende Rinderknochen — viel zu hart für Welpengebiss
  • Markknochen — Splittergefahr und zu hart
  • Gekochte Knochen — niemals, egal welches Alter! Splittern gefährlich

Die sanfte Umstellung — Schritt für Schritt

Wenn dein Welpe bisher Fertigfutter bekommen hat, geh die Umstellung langsam an. Der Magen-Darm-Trakt braucht ein paar Tage, um sich anzupassen. So machst du es richtig:

Tag 1–3: Starte mit einer einzigen Proteinquelle — am besten Hühnchen oder Pute. Kein Gemüse, keine Innereien, keine Knochen. Nur pures Muskelfleisch. Gib davon 3–4 kleine Mahlzeiten.

Tag 4–7: Wenn alles gut vertragen wird, füge weiche Knochen hinzu (Hühnerhälse). Beobachte den Kot — er sollte fest, aber nicht steinkhart sein.

Tag 8–14: Jetzt kommen püriertes Gemüse und eine kleine Menge Innereien dazu. Starte mit Karotten und Zucchini — die vertragen fast alle Hunde gut.

Ab Woche 3: Führe nach und nach weitere Fleischsorten ein — Rind, Lamm, Fisch. Pro Woche maximal eine neue Sorte, damit du Unverträglichkeiten sofort erkennst.

Tipp: Führe ein kleines Futtertagebuch. Notiere, was du gefüttert hast und wie der Kot aussah. So erkennst du schnell, was dein Welpe gut verträgt und was nicht.

Was tun bei Durchfall während der Umstellung?

Keine Panik! Leichter Durchfall in den ersten Tagen ist völlig normal. Der Magen muss sich erst an die neue Kost gewöhnen. So reagierst du richtig:

  • Reduziere die Futtermenge leicht
  • Bleib bei der einen Proteinquelle (kein Wechsel!)
  • Gib etwas pürierten Apfel oder Karotte dazu (bindet)
  • Sorge für ausreichend Wasser
  • Lass eine Mahlzeit ausfallen, wenn der Durchfall stark ist

Wenn der Durchfall länger als 2–3 Tage anhält, Blut im Stuhl ist oder dein Welpe matt wirkt — ab zum Tierarzt!

Supplemente für Welpen — braucht man das?

Wenn du abwechslungsreich fütterst und die Zusammensetzung stimmt, brauchen Welpen erstaunlich wenig zusätzlich. Sinnvoll sind aber:

  • Lachsöl oder Fischöl — für Omega-3-Fettsäuren (wichtig für Gehirnentwicklung)
  • Seealgenmehl — natürliche Jodquelle
  • Lebertran — im Winter für Vitamin D (sehr sparsam dosieren!)

Finger weg von Kalziumpulver, wenn du bereits Knochen fütterst — eine Überdosierung ist schädlicher als ein leichter Mangel!

Häufige Fragen zum Welpen-BARFen

Kann mein Welpe auch Trockenfutter und BARF gemischt bekommen?

Das ist ein heiß diskutiertes Thema. Viele BARF-Experten raten davon ab, weil Trockenfutter und Rohfutter unterschiedlich schnell verdaut werden. In der Praxis vertragen es aber viele Hunde gut, wenn du die Mahlzeiten zeitlich trennst — also morgens BARF und abends Trockenfutter (oder umgekehrt). Beobachte einfach deinen Welpen.

Darf mein Welpe rohes Schweinefleisch bekommen?

Nein! Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten, das für Hunde tödlich ist. Das gilt auch für Wildschwein. Alles andere Fleisch — Rind, Huhn, Pute, Lamm, Fisch — ist roh unbedenklich.

Wie oft soll ich den Futterplan anpassen?

In den ersten 6 Monaten am besten alle 1–2 Wochen. Dein Welpe wächst schnell und braucht entsprechend mehr Futter. Ab dem 6. Monat reicht eine monatliche Anpassung. Ab dem 12. Monat wechselst du dann zu den Erwachsenenmengen.

Dein 7-Tage-Startplan für den Welpen

Tag Früh Mittag Abend
MoHühnchenbrustHühnchenbrustHühnchenbrust
DiHühnchenbrustHühnchenbrustHühnchenbrust
MiHühnchenbrustHühnchenbrustHühnchenbrust
DoHühnchenbrustHühnerhälseHühnchenbrust
FrHühnchenbrustHühnerhälseHühnchenbrust
SaHühnchenbrust + KarotteHühnerhälseHühnchenbrust + Leber
SoHühnchenbrust + ZucchiniHühnerhälseHühnchenbrust + Leber

Ab der zweiten Woche erweiterst du das Angebot Schritt für Schritt. Dein Welpe wird es dir danken — mit glänzendem Fell, festen Häufchen und endloser Energie!

Im Überblick: Trau dich — dein Welpe wird es lieben

Welpen zu barfen ist weder kompliziert noch gefährlich — vorausgesetzt, du achtest auf die richtige Zusammensetzung und passst die Mengen an. Der wichtigste Tipp: Fang einfach an, beobachte deinen Welpen und passe an. Du musst nicht von Tag eins perfekt sein. Dein Welpe wird dir schnell zeigen, was er mag und verträgt.

Und wenn du unsicher bist? Dann hol dir Unterstützung von einem BARF-erfahrenen Tierarzt oder einer Ernährungsberatung. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. Dein Welpe hat es verdient!

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