BARF-Wörterbuch: Alle Begriffe einfach erklärt
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Wenn du dich zum ersten Mal mit BARF beschäftigst, können die ganzen Fachbegriffe erstmal einschüchternd wirken. Pansen, RDI, Blättermagen, Supplementierung — klingt nach Studium, oder? Keine Sorge! Hier findest du alle wichtigen BARF-Begriffe ganz einfach erklärt. Speicher dir diese Seite am besten als Lesezeichen ab 💛
B
- BARF
- "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" — Rohfütterung für Hunde (und Katzen) bestehend aus rohem Fleisch, Innereien, Knochen, Obst und Gemüse. Das Gegenteil von Fertigfutter.
- Biotin
- Ein B-Vitamin, das besonders für Fell und Haut wichtig ist. Steckt natürlich in Leber und Eiern. Viele BARFer geben gelegentlich ein rohes Eigelb dazu — das mögen die meisten Hunde sehr gerne!
- Blättermagen
- Einer der Vormägen des Rindes. Zählt zu den Innereien und liefert wichtige Nährstoffe. Stinkt etwas, aber Hunde LIEBEN ihn.
Warum BARFen statt Fertigfutter?
Immer mehr Hundehalter stellen auf BARF um — und das hat gute Gründe. Viele berichten von einem glänzenderen Fell, weniger Körpergeruch, festeren Ausscheidungen und spürbar mehr Vitalität. Außerdem weißt du genau, was in den Napf kommt: kein Zuckerzusatz, keine künstlichen Aromen, keine minderwertigen Füllstoffe. Gerade Hunde mit Allergien oder empfindlichem Magen reagieren oft sehr positiv auf frisches Rohfutter.
D
- Darmsanierung
- Aufbau einer gesunden Darmflora — oft sinnvoll bei der Umstellung von Fertigfutter auf BARF. Probiotika und Ballaststoffe können helfen. Eine einfache Möglichkeit: ein Esslöffel naturtrüber Apfelessig ins Wasser geben oder fermentiertes Gemüse in kleinen Mengen unter die Ration mischen.
E
- Entgiftung / Umstellungsphase
- In den ersten 1–4 Wochen nach der BARF-Umstellung kann dein Hund weicheren Stuhl haben, vielleicht etwas mehr Schleim oder ein leicht verändertes Fell. Das ist völlig normal — der Körper stellt sich um. Kein Grund zur Panik!
Sanft umstellen — so geht's
Am besten wechselst du nicht von heute auf morgen. Starte mit einer einzigen Fleischsorte — am besten Rind oder Pute, da diese gut verträglich sind. Die ersten zwei Wochen gibst du nur diese eine Sorte, dann erweiterst du den Speiseplan schrittweise. So kannst du Unverträglichkeiten früh erkennen. Ein einfaches Tagebuch hilft: Notiere, was du fütterst und wie dein Hund reagiert. Du wirst schnell ein Gefühl dafür entwickeln!
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F
- Futterplan
- Dein wöchentlicher Speiseplan für den Hund. Ein guter Plan wechselt Fleischsorten, Innereien und Gemüse ab. → Mengen berechnen
- Fleischknochen (RFK / Rohe fleischige Knochen)
- Knochen mit Fleisch dran — z.B. Hühnerflügel oder -hälse. Wichtige Kalziumquelle! IMMER roh füttern, NIEMALS gekocht (Splittern!).
Welche Fleischsorten eignen sich?
Die gute Nachricht: Die Auswahl ist riesig! Klassiker sind Rind, Pute, Huhn und Lamm. Fortgeschrittene BARFer fügen auch Pferd, Kaninchen, Strauß oder Ente hinzu. Je mehr Abwechslung, desto besser das Nährstoffprofil. Wichtig: Kaufe möglichst frisch oder bei einem Tiefkühl-BARF-Anbieter, der auf Fleischqualität achtet. Achtung bei Schweinefleisch: Es sollte immer mindestens 3 Wochen bei −18 °C eingefroren gewesen sein, um potenzielle Parasiten abzutöten — danach ist es aber völlig unbedenklich.
G
- Gemüseanteil
- Ca. 20% der Tagesration. Muss püriert oder leicht gedünstet werden, damit dein Hund die Nährstoffe aufnehmen kann.
- Gewolft
- Durch den Fleischwolf gedreht. Perfekt für Anfänger und kleine Hunde. Innereien gewolft sind leichter zu portionieren.
Welches Gemüse ist geeignet?
Gute Gemüsesorten sind zum Beispiel Zucchini, Karotten, Gurke, Brokkoli und Fenchel. Auch Blattspinat in Maßen ist möglich. Nicht geeignet sind Zwiebeln, Lauch, Knoblauch in größeren Mengen, rohe Kartoffeln und Avocados — diese können für Hunde gefährlich sein. Kürbis ist übrigens ein echter Geheimtipp: Er beruhigt den Magen, ist leicht verdaulich und wird von den meisten Hunden sehr gerne gefressen. Bei weichem Stuhl nach der Umstellung hilft ein Esslöffel pürierter Kürbis oft schon nach einem Tag.
I
- Innereien
- Leber, Niere, Milz, Herz, Lunge — zusammen ca. 15% der Fleischration. Innereien sind die "Multivitamine" des BARF!
Die wichtigsten Innereien im Überblick
- Leber: Reichhaltig an Vitamin A und Eisen — maximal 5% der Gesamtration
- Niere: Gute Vitamin-B-Quelle, hat einen starken Eigengeschmack
- Milz: Sehr nährstoffreich, besonders bei Eisenmangel empfohlen
- Herz: Technisch Muskelformfleisch, enthält viel Taurin und Coenzym Q10 — gut für das Herz-Kreislauf-System
- Lunge: Kalorienarm und leicht verdaulich, ideal für Hunde mit Übergewicht
K
- Kalzium-Phosphor-Verhältnis
- Sollte bei ca. 1,2:1 bis 1,5:1 liegen. Zu wenig Kalzium = Knochenprobleme. Fleischknochen oder Knochenmehl sorgen für die Balance.
- Knochenmehl
- Gemahlene Knochen als Pulver — praktische Alternative zu rohen Knochen, wenn dein Hund nicht kauen möchte oder darf. Ca. 1–2 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht täglich genügen.
L
- Leber
- Die wichtigste Innerei! Reich an Vitamin A, B-Vitaminen und Eisen. Max. 5% der Gesamtration — zu viel kann Durchfall verursachen.
M
- Mineralstoffe
- Kalzium, Phosphor, Magnesium, Zink, Eisen — sie alle kommen bei ausgewogener BARF-Ernährung durch Fleisch, Knochen und Innereien ins Futter. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann alle 6–12 Monate eine Blutuntersuchung beim Tierarzt machen lassen.
- Muskelaufbau
- Rohfütterung unterstützt den natürlichen Muskelaufbau — besonders bei aktiven und sportlichen Hunden. Hochwertiges Eiweiß aus Muskelfleisch bildet die Grundlage, regelmäßige Bewegung tut den Rest.
O
- Öle / Fette
- Lachsöl (Omega-3), Leinöl oder Hanföl — täglich ein Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht. Wichtig für Fell und Haut! Das Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis sollte idealerweise bei 1:3 bis 1:5 liegen — Lachsöl hilft dabei wunderbar.
P
- Pansen / Grüner Pansen
- Vormagen des Rindes — der absolute Klassiker im BARF-Napf. Stinkt fürchterlich, ist aber voller guter Bakterien und Nährstoffe. Am besten draußen auftauen 😅
R
- Ration / Tagesration
- Die Gesamtmenge Futter pro Tag. Faustregel: 2–3% des Körpergewichts. Ein 30-kg-Hund bekommt also ca. 600–900 g täglich. Bei sehr aktiven Hunden oder Welpen kann es auch etwas mehr sein.
- RDI (Recommended Daily Intake)
- Empfohlene Tagesdosis für bestimmte Nährstoffe. Wird in der BARF-Community genutzt, um zu prüfen, ob alle Vitamine und Mineralstoffe in der Ration ausreichend vorhanden sind.
S
- Supplementierung
- Nahrungsergänzung wie Seealgenmehl (Jod), Lebertran (Vitamin D), Knochenmehl (Kalzium). Nicht alles ist nötig — hängt vom Futterplan ab. Fang einfach an, beobachte deinen Hund und ergänze gezielt, wenn du Mängel vermutest.
T
- Toxine / Giftige Lebensmittel
- Einige Lebensmittel sind für Hunde absolut tabu: Zwiebeln, Knoblauch in größeren Mengen, Trauben und Rosinen, Schokolade, Macadamia-Nüsse, rohe Kartoffeln und Avocados. Diese sollten niemals in den BARF-Napf kommen — im Zweifel lieber weglassen!
U
- Umstellungszeit
- Die Phase, in der dein Hund von Fertigfutter auf BARF wechselt. Typisch sind 2–6 Wochen. Geh es ruhig an, beobachte deinen Hund genau und hab Geduld — es lohnt sich!
80/10/10
- 80/10/10-Regel
- Einfache Faustregel: 80% Muskelfleisch, 10% Innereien, 10% rohe fleischige Knochen. Plus 20% pflanzlicher Anteil. Ein guter Startpunkt! Diese Regel ist nicht in Stein gemeißelt — beobachte deinen Hund und passe die Anteile bei Bedarf an.
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