BARF für Welpen – besondere Anforderungen
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Wenn ein Welpe einzieht, ist die Aufregung groß, und die Unsicherheit auch. Besonders beim Thema Fütterung. Und wenn du dann auch noch BARFen willst, hörst du von allen Seiten: "Das ist doch viel zu riskant für einen Welpen!" oder "Da fehlen bestimmt wichtige Nährstoffe!" Ich kann dich beruhigen: Welpen BARFen ist absolut möglich und sogar artgerechter als jedes Welpenfutter aus dem Supermarkt. Aber ja, es gibt ein paar Besonderheiten, die du kennen solltest.
Warum ist Welpen-BARF anders als Erwachsenen-BARF?
Welpen wachsen rasant. In den ersten Lebensmonaten vervielfacht sich ihr Gewicht, Knochen und Gelenke entwickeln sich, das Immunsystem baut sich auf. Dieser Wachstumsprozess stellt besondere Anforderungen an die Ernährung:
- Höherer Energiebedarf: Welpen brauchen pro Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr Futter als erwachsene Hunde.
- Mehr Protein: Für den Muskel- und Gewebeaufbau wird hochwertiges Eiweiß benötigt.
- Kalzium und Phosphor: Das Verhältnis muss stimmen, damit die Knochen gesund wachsen.
- Häufigere Mahlzeiten: Der kleine Magen fasst noch nicht so viel, lieber öfter und kleinere Portionen.
cdVet Singulares Eierschalenmehl, 350 g
Calciumquelle für Hund und Katze bei knochenfreier Rohfütterung.
Anzeige · Affiliate-Link zu Amazon.
Futtermenge für Welpen berechnen
Welpen brauchen prozentual deutlich mehr Futter als erwachsene Hunde. Die Futtermenge richtet sich nach dem Alter:
- 8 bis 16 Wochen: 6 bis 8 Prozent des aktuellen Körpergewichts pro Tag.
- 4 bis 6 Monate: 5 bis 6 Prozent des aktuellen Körpergewichts.
- 6 bis 12 Monate: 3 bis 4 Prozent des aktuellen Körpergewichts.
- Ab 12 Monate: Langsam auf 2 bis 3 Prozent reduzieren (Erwachsenenmenge).
Rechenbeispiel
Ein 12 Wochen alter Welpe wiegt 5 kg. Bei 7 Prozent Futtermenge sind das 350 Gramm pro Tag, aufgeteilt auf drei bis vier Mahlzeiten. Da er jede Woche wächst, passe die Menge regelmäßig an sein aktuelles Gewicht an.
Wie oft füttern?
- 8 bis 12 Wochen: 4 Mahlzeiten pro Tag
- 3 bis 6 Monate: 3 Mahlzeiten pro Tag
- Ab 6 Monate: 2 Mahlzeiten pro Tag
Die richtige Zusammensetzung für Welpen
Die grundsätzliche Zusammensetzung ist ähnlich wie bei erwachsenen Hunden, aber mit ein paar wichtigen Anpassungen:
Tierischer Anteil (80 Prozent)
- Muskelfleisch: 45 bis 50 Prozent der Gesamtration. Wähle fettreichere Stücke, Welpen brauchen die Energie.
- Rohe fleischige Knochen: 15 bis 20 Prozent. Beginne mit weichen Knochen wie Hühnerhälsen.
- Innereien: 10 bis 15 Prozent. Leber, Niere, Milz, die natürlichen Vitaminpillen.
- Pansen/Blättermagen: 10 Prozent. Für Verdauungsenzyme und gute Bakterien.
Pflanzlicher Anteil (20 Prozent)
- Gemüse: 15 Prozent. Karotten, Zucchini, Brokkoli, püriert.
- Obst: 5 Prozent. Blaubeeren, Äpfel, Banane.
Kalzium und Phosphor: Das kritische Verhältnis
Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist beim Welpen-BARF das Thema Nummer eins. Das ideale Verhältnis liegt bei 1,2:1 bis 1,5:1 (Kalzium zu Phosphor).
Reines Muskelfleisch enthält viel Phosphor, aber wenig Kalzium. Rohe fleischige Knochen liefern beides. Deshalb ist der RFK-Anteil beim Welpen so wichtig, er gleicht das Verhältnis aus.
Warum ist das so kritisch?
- Zu viel Kalzium: Kann bei großen Rassen zu Knochenwachstumsstörungen führen (HOD, OCD).
- Zu wenig Kalzium: Führt zu weichen Knochen und Rachitis.
- Falsches Verhältnis: Stört die Aufnahme beider Mineralstoffe.
Fleischsorten für Welpen
Starte mit milden, fettarmen Sorten und erweitere das Spektrum langsam:
Zum Einstieg (ab 8 Wochen)
- Huhn (mit Knochen)
- Pute
- Rind (mager)
Ab 12 Wochen hinzu
- Lamm
- Ente
- Kaninchen
Ab 6 Monate
- Wild (Hirsch, Reh)
- Pferd
- Fisch (Lachs, Forelle, immer tiefgefroren zur Abtötung von Parasiten)
Führe jede neue Proteinquelle einzeln ein und beobachte deinen Welpen zwei bis drei Tage. So erkennst du sofort, wenn er eine Sorte nicht verträgt.
Häufige Fehler beim Welpen-BARF
1. Zu wenig Abwechslung
Manche BARFer füttern monatelang nur Huhn. Das führt zu Nährstoffmängeln. Je vielfältiger die Fleischsorten, desto besser die Nährstoffversorgung.
2. Zu viel Futter
Ein pummeliger Welpe ist nicht niedlich, sondern ungesund. Übergewicht belastet die wachsenden Gelenke enorm. Fühle regelmäßig die Rippen, sie sollten leicht tastbar sein.
3. Innereien vergessen
Innereien, besonders Leber, liefern lebenswichtige Vitamine. Ohne Leber fehlt deinem Welpen Vitamin A. Plane Innereien von Anfang an fest in die Ration ein.
4. Keine Kontrolle beim Tierarzt
Lass deinen Welpen regelmäßig beim Tierarzt durchchecken. Ein Blutbild nach drei bis vier Monaten BARF gibt dir Sicherheit, dass alle Werte stimmen.
Umstellung auf BARF: Schritt für Schritt
Wenn dein Welpe bisher Fertigfutter bekommen hat, stelle nicht über Nacht komplett auf BARF um. Mische in der ersten Woche etwa 25 Prozent rohes Futter unter das gewohnte Futter. In der zweiten Woche erhöhst du auf 50 Prozent, in der dritten auf 75 Prozent. Ab der vierten Woche kannst du vollständig auf BARF umstellen. Beobachte dabei den Kot deines Welpen genau, er sollte fest geformt sein, nicht zu hart und nicht zu weich. Leichter Durchfall in den ersten Tagen ist normal, weil sich die Darmflora umstellt. Wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder Blut im Stuhl erscheint, geh zum Tierarzt. Manche Welpen brauchen etwas länger für die Umstellung als andere, sei geduldig und passe das Tempo an deinen Hund an. Füttere während der Umstellungsphase nur eine Proteinquelle, zum Beispiel Huhn, damit du eventuelle Unverträglichkeiten sofort zuordnen kannst. Erst wenn der Verdauungstrakt sich stabilisiert hat, fügst du weitere Fleischsorten nach und nach hinzu.
Mein Welpen-BARF-Fazit
Einen Welpen zu BARFen erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als bei einem erwachsenen Hund, aber es ist absolut machbar und lohnt sich. Du legst den Grundstein für ein gesundes, langes Hundeleben. Halte dich an die Mengenvorgaben, achte auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis, biete Abwechslung und lass regelmäßig kontrollieren. Dann wächst dein kleiner Fellknäuel prächtig heran, ganz natürlich und artgerecht ernährt. Trau dich an das Abenteuer Welpen-BARF heran, dein kleiner Fellfreund wird es dir mit strahlender Gesundheit und grenzenloser Energie danken.
BARF-Tipps für glückliche Hunde
Neue Rezepte, Futterpläne und Tipps rund ums Barfen – direkt in dein Postfach.
🎁 Gratis dazu: BARF-Starter-Checkliste (PDF)
Kommentare (0)
Mehr entdecken
Alle Artikel auf BARFguide →
Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 17. Oktober 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@barfguide.de