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BARF getreidefrei: Ist das wirklich sinnvoll für deinen Hund?

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BARF getreidefrei: Ist das wirklich sinnvoll für deinen Hund?

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In BARF-Gruppen liest du ständig: „Hunde brauchen kein Getreide!" Und in der nächsten Gruppe sagt jemand: „Ein bisschen Reis ist doch kein Problem." Wer hat recht? Spoiler: Beide — irgendwie.

Lass uns das Thema einmal nüchtern und ohne Dogmen anschauen. Denn wie so oft in der Hundeernährung ist die Antwort nicht schwarz-weiß.

Brauchen Hunde Kohlenhydrate?

Die kurze Antwort: Nein, nicht zwingend. Hunde können ihren Energiebedarf vollständig über Fett und Protein decken. Ihr Körper kann über die sogenannte Glukoneogenese selbst Glukose herstellen — also Zucker aus Proteinen und Fetten gewinnen.

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Aber: Vertragen können viele Hunde Kohlenhydrate durchaus. Im Gegensatz zum Wolf hat sich der Haushund über Jahrtausende an stärkehaltige Nahrung angepasst. Studien zeigen, dass Hunde deutlich mehr Amylase-Gene besitzen als Wölfe — das ist das Enzym, das Stärke aufspaltet.

Fakt: Hunde haben im Vergleich zum Wolf bis zu 30-mal mehr Kopien des AMY2B-Gens, das für die Stärkeverdauung zuständig ist. Das bedeutet: Die meisten Hunde können Stärke verdauen — ob sie es müssen, ist eine andere Frage.

Getreide vs. getreidefreie Kohlenhydrate

Wenn wir über Kohlenhydrate reden, müssen wir unterscheiden:

Getreidesorten Getreidefreie Alternativen
Weizen (glutenhaltig)Kartoffeln / Süßkartoffeln
Reis (glutenfrei)Kürbis
Hafer/Haferflocken (Spuren Gluten)Pastinaken
Gerste (glutenhaltig)Topinambur
Hirse (glutenfrei)Möhren (wenig Stärke)

Der entscheidende Punkt: Nicht alle Getreidesorten sind gleich. Weizen und Gerste enthalten Gluten, das bei manchen Hunden Probleme verursacht. Reis und Hirse sind glutenfrei und werden meist gut vertragen.

Wann getreidefrei wirklich sinnvoll ist

Es gibt konkrete Situationen, in denen du auf Getreide verzichten solltest:

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Barf getreidefrei sinnvoll
  • Nachgewiesene Getreideallergie — wenn ein Allergietest oder eine Ausschlussdiät eine Getreideallergie bestätigt hat
  • Chronische Ohrentzündungen — oft ein Zeichen für Unverträglichkeiten, Getreide ist ein häufiger Auslöser
  • Hautprobleme und Juckreiz — wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden
  • Wiederkehrende Verdauungsprobleme — Blähungen, weicher Kot, häufiger Durchfall
  • Anal-drüsenprobleme — können durch Getreide verstärkt werden
Wichtig: Eine echte Getreideallergie ist bei Hunden viel seltener als angenommen. Die häufigsten Allergieauslöser bei Hunden sind tatsächlich Rindfleisch, Milchprodukte und Hühnchen — nicht Getreide! Lass also nicht automatisch das Getreide weg, sondern geh der Ursache auf den Grund.

Wann Getreide oder Kohlenhydrate okay sind

Es gibt durchaus Situationen, in denen Kohlenhydrate — auch aus Getreide — sinnvoll sein können:

  • Sehr aktive Hunde (Sporthunde, Arbeitshunde) — brauchen schnell verfügbare Energie
  • Untergewichtige Hunde — Kohlenhydrate helfen beim Zunehmen
  • Hunde mit Nierenproblemen — weniger Protein, mehr Kohlenhydrate entlastet die Nieren
  • Budget-Gründe — Reis oder Kartoffeln strecken die BARF-Ration günstiger als mehr Fleisch
  • Schonkost — gekochter Reis mit Huhn ist der Klassiker bei Magenproblemen

Die besten Kohlenhydratquellen beim BARFen

Wenn du Kohlenhydrate fütterst, dann am besten diese:

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Barf getreidefrei sinnvoll
  • Süßkartoffeln — nährstoffreich, gut verdaulich, die meisten Hunde lieben sie
  • Kartoffeln (gekocht!) — günstig, gut verträglich, immer nur gekocht füttern
  • Kürbis — wenig Kalorien, viele Ballaststoffe, super für die Verdauung
  • Haferflocken (eingeweicht) — wenn keine Glutenunverträglichkeit vorliegt
  • Reis (gekocht) — leicht verdaulich, ideal als Schonkost
Tipp: Kartoffeln und Süßkartoffeln immer kochen (nicht roh füttern!). Rohe Kartoffeln enthalten Solanin, das für Hunde giftig ist. Auch grüne Stellen und Keime großzügig entfernen.

Die pragmatische BARF-Perspektive

Meine persönliche Meinung nach Jahren des BARFens: Mach dich nicht verrückt. Solange dein Hund keine nachweisbaren Probleme mit Getreide oder Kohlenhydraten hat, ist es kein Verbrechen, ab und zu Reis oder Kartoffel zu füttern.

Die BARF-Grundregel lautet: Der Hauptanteil ist tierisch (80 %). Die restlichen 20 % bestehen aus Gemüse und Obst. Wenn du davon einen Teil durch Kartoffel oder Reis ersetzt, geht die Welt nicht unter.

Unverträglichkeiten erkennen

Achte auf diese Anzeichen, die auf eine Getreide- oder Kohlenhydrat-Unverträglichkeit hindeuten können:

  • Häufiges Kratzen und Pfoten lecken
  • Rötungen an Ohren, Bauch oder Pfoten
  • Blähungen und laute Magengeräusche
  • Weicher oder breiiger Kot
  • Chronische Ohrentzündungen
  • Stumpfes, glanzloses Fell

Wenn du den Verdacht hast: Mach eine Ausschlussdiät (mindestens 8 Wochen). Lass alles Getreide und stärkehaltige Beilagen weg und beobachte, ob sich die Symptome bessern.

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