Innereien beim BARFen: Leber, Niere und Herz richtig füttern
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Wenn ich BARF-Anfängern eine einzige Sache mitgeben könnte, wäre es diese: Vergiss die Innereien nicht! Ich weiß, Leber und Niere sehen nicht gerade appetitlich aus, und der Geruch ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Aber für deinen Hund sind Innereien wahre Nährstoffbomben.
Nährstoffe, die nur Innereien liefern
Stell dir Innereien als natürliches Multivitaminpräparat vor. Während Muskelfleisch vor allem Protein und Fett liefert, stecken in den Organen konzentrierte Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein Hund, der keine Innereien bekommt, hat fast zwangsläufig Nährstofflücken, egal, wie hochwertig das Muskelfleisch ist.
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In der Natur frisst ein Wolf zuerst die Innereien seiner Beute, nicht das Muskelfleisch. Das hat einen guten Grund: Die Organe liefern genau die Nährstoffe, die der Körper am dringendsten braucht.
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Die wichtigsten Innereien im Überblick
| Innerei | Anteil im Futter | Wichtigste Nährstoffe | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Leber | 5 % der Gesamtration | Vitamin A, B12, Kupfer, Eisen | Pflicht! Nicht weglassen |
| Niere | 2–3 % der Gesamtration | B-Vitamine, Selen, Zink | Gut verträglich |
| Herz | Gilt als Muskelfleisch! | Taurin, CoQ10, B-Vitamine | Wird oft als Innerei gezählt, ist aber Muskel |
| Milz | 1–2 % der Gesamtration | Eisen, Vitamin C | Hoher Eisengehalt |
| Lunge | Kann als Snack gegeben werden | Wenig Nährstoffe | Kein Pflichtbestandteil |
Leber, die Pflichtinnerei Nummer 1
Die Leber ist die mit Abstand wichtigste Innerei beim BARFen. Sie liefert Vitamin A in einer Form, die dein Hund optimal aufnehmen kann (Retinol), dazu massig B-Vitamine, Kupfer und Eisen. Ohne Leber fehlen deinem Hund lebenswichtige Vitamine.
Aber, und das ist wichtig, zu viel Leber ist schädlich! Vitamin A ist fettlöslich und kann sich im Körper anreichern. Eine Überdosierung führt zu Appetitlosigkeit, Gelenkproblemen und im schlimmsten Fall zu Vergiftungserscheinungen.

Die richtige Lebermenge
| Gewicht des Hundes | Tagesration (2,5 %) | Leber pro Tag (5 %) | Leber pro Woche |
|---|---|---|---|
| 10 kg | 250 g | 12,5 g | ca. 90 g |
| 20 kg | 500 g | 25 g | ca. 175 g |
| 30 kg | 750 g | 37,5 g | ca. 260 g |
| 40 kg | 1.000 g | 50 g | ca. 350 g |
Praxis-Tipp: Du musst die Leber nicht täglich geben. Viele BARF-Erfahrene geben die Wochenration einfach auf 2–3 Mahlzeiten verteilt. Das ist völlig in Ordnung, Hauptsache, die Gesamtmenge pro Woche stimmt.
Niere, die unterschätzte Partnerin der Leber
Die Niere ist leider das Stiefkind unter den Innereien. Viele lassen sie weg, weil sie streng riecht oder im Supermarkt schwer zu finden ist. Dabei ergänzt sie die Leber perfekt: Sie liefert besonders viel Selen (wichtig für die Schilddrüse), Zink und B-Vitamine.
Mein Tipp: Schneide die Niere in kleine Würfel und friere sie in Eiswürfelformen ein. So kannst du täglich 1–2 Würfel unter das Futter mischen, einfacher geht's nicht.
Herz, der Muskel mit Extra-Power
Das Herz ist botanisch gesehen ein Muskel, aber was für einer! Es enthält besonders viel Taurin, eine Aminosäure, die für die Herzgesundheit deines Hundes entscheidend ist. Außerdem steckt CoQ10 drin, ein starkes Antioxidans.

Du kannst Herz zum Muskelfleischanteil zählen und gerne großzügig füttern. Besonders Rinderherz und Hühnerherzen sind bei den meisten Hunden echte Favoriten.
Milz, der Eisenlieferant
Die Milz ist vor allem für ihren hohen Eisengehalt bekannt. Sie kann eine gute Ergänzung sein, besonders für Hunde, die aus gesundheitlichen Gründen keine Leber bekommen dürfen.
Ein kleiner Nachteil: Milz kann bei manchen Hunden zu weichem Kot führen. Starte daher mit kleinen Mengen und steigere langsam.
Von welchen Tieren soll ich Innereien nehmen?
Grundregel: Abwechslung ist Trumpf! Verschiedene Tierarten liefern unterschiedliche Nährstoffprofile. Hier ein Überblick, welche Innereien besonders gut erhältlich sind:
- Rind: Leber, Niere, Herz, Milz, Pansen, der Klassiker, überall erhältlich
- Huhn / Pute: Leber, Herz, Mägen, günstig und gut verträglich
- Lamm: Leber, Niere, Herz, ideal für Allergiker
- Wild (Hirsch, Reh): Leber, Herz, saisonal verfügbar, sehr hochwertig
- Ente / Gans: Leber, Herz, leckere Abwechslung
Praktische Tipps: Innereien im Alltag handhaben
Vorbereitung und Lagerung
- Portionieren und einfrieren: Teile die Innereien in Tages- oder Wochenportionen auf und friere sie ein
- Eiswürfelform-Trick: Kleine Mengen (Leber, Niere) in Eiswürfelformen einfrieren, perfekt zum Portionieren
- Mix-Variante: Alle Innereien zusammen pürieren und in Portionsbeuteln einfrieren
- Haltbarkeit: Im Gefrierschrank halten Innereien 3–4 Monate problemlos
Wenn dein Hund Innereien verweigert
Manche Hunde mögen Innereien nicht gerne, vor allem, wenn sie vorher nur Fertigfutter bekommen haben. So trickst du ihn aus (völlig in Ordnung!):
- Innereien in kleine Stücke schneiden und unter das Muskelfleisch mischen
- Kurz anbraten, der Geruch wird dann appetitlicher für viele Hunde
- Pürieren und als „Soße" über das Fleisch geben
- Mit etwas Pansen mischen, den Geruch lieben alle Hunde
Innereien nach Tierart: Welche Quelle passt wann?
Rinderinnereien sind nicht gleich Geflügelinnereien — Nährstoffgehalt, Verfügbarkeit und Preis unterscheiden sich deutlich. Rinderleber enthält zum Beispiel rund 49.000 IE Vitamin A pro 100 g, Hühnerleber kommt auf etwa 11.000 IE — beides ist beim Hund wirksam, aber bei Rinderleber ist das Überdosierungs-Risiko bei unvorsichtiger Fütterung deutlich höher. Wer täglich wechselt und die Gesamtration im Blick behält, fährt mit gemischten Quellen am sichersten. Wichtig: Die 5%-Grenze gilt für Leber aller Tierarten zusammengerechnet, nicht pro Tierart einzeln. Wer also montags Rinderleber und mittwochs Hühnerleber gibt, zählt beide zusammen in die 5%-Quote. Kläre Futterumstellungen und gesundheitliche Fragen immer mit deinem Tierarzt ab.
Empfehlung: So integrierst du Innereien dauerhaft in den BARF-Plan
Ich verstehe, dass Innereien am Anfang Überwindung kosten. Mir ging es genauso. Aber wenn du siehst, wie dein Hund nach den ersten Wochen mit Innereien im Napf glänzt, buchstäblich, das Fell wird toll, dann weißt du, warum es sich lohnt.
Denk dran: Du musst nicht alle Innereien gleichzeitig einführen. Starte mit Leber und Herz, die beiden sind am wichtigsten und am besten verfügbar. Niere und Milz kommen dann nach und nach dazu. Dein Hund wird es dir danken!
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 30. März 2026. Aktualisiert am 31. März 2026.
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