BARFen bei Mehrhundehaltung – verschiedene Hunde, verschiedene Bedürfnisse
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Zwei Hunde, zwei komplett verschiedene Persönlichkeiten, und zwei komplett verschiedene Futterbedürfnisse. Vielleicht kennst du das: Der ältere Hund braucht leicht verdauliches Futter mit weniger Fett und mehr Gelenkunterstützung. Der jüngere, ein kleiner Wirbelwind, verbrennt Kalorien wie ein Ofen und braucht energiereiches Futter mit höherem Fettanteil. Beide zu barfen, ohne dabei den Verstand zu verlieren, ist am Anfang eine echte Herausforderung. Mit einem durchdachten System funktioniert es aber wunderbar, und genau das bekommst du hier.
Die Grundregel: Jeder Hund ist individuell
Auch wenn du zwei Hunde der gleichen Rasse hast, können ihre Bedürfnisse völlig unterschiedlich sein. Alter, Aktivitätslevel, Gesundheitszustand, Allergien, Gewicht, all das beeinflusst, was und wie viel in den Napf gehört. Der größte Fehler, den du machen kannst, ist, beiden Hunden identische Portionen zu geben und zu hoffen, dass es schon passt.
Faktoren, die die BARF-Ration beeinflussen
- Alter: Welpen brauchen anteilig mehr Futter als erwachsene Hunde. Senioren brauchen oft weniger Kalorien, aber mehr Gelenkunterstützung.
- Gewicht und Größe: Die Futtermenge berechnet sich prozentual vom Körpergewicht, ein 10-Kilo-Hund bekommt natürlich weniger als ein 40-Kilo-Hund.
- Aktivitätslevel: Ein Couchpotato braucht weniger als ein Agility-Champion.
- Gesundheit: Allergiker brauchen eine eingeschränkte Proteinauswahl. Hunde mit Nierenproblemen brauchen weniger Phosphor. Und so weiter.
- Kastration: Kastrierte Hunde haben oft einen niedrigeren Energiebedarf.

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Organisation ist alles: Das Prep-System
Ohne ein gutes System wird BARF bei Mehrhundehaltung schnell chaotisch. Hier ist eine Routine, die sich in der Praxis bewährt hat:
Der Wochenplan
Erstell einen Wochenplan, auf dem für jeden Hund und jeden Tag steht, was gefüttert wird. Er hängt am Kühlschrank und ist die zentrale Übersicht. So vergisst du nichts und die Vielfalt stimmt bei beiden Hunden. Der Plan sieht etwa so aus:
- Montag: Älterer Hund, Rind mit Zucchini und Lachsöl. Junghund, Lamm mit Brokkoli und Kokosöl.
- Dienstag: Älterer Hund, Huhn mit Kürbis und Bierhefe. Junghund, Pansen mit Karotte und Seealgenmehl.
- Mittwoch: Älterer Hund, Pansen mit Salat und Hagebuttenpulver. Junghund, Rind mit Pastinake und Lachsöl.
Und so weiter. Den Plan erstellst du einmal im Monat und rotierst die Proteinquellen durch.

Der Prep-Tag
Einmal pro Woche, der Sonntag bietet sich an, bereitest du alle Portionen für die kommende Woche vor. Jede Portion kommt in einen eigenen Behälter, beschriftet mit dem Namen des Hundes und dem Wochentag. Die Behälter stapeln sich im Kühlschrank sortiert nach Hund. Was für die zweite Wochenhälfte bestimmt ist, wandert in den Gefrierschrank.
Gemeinsame Basis, individuelle Anpassung
Trotz aller Individualität gibt es Bereiche, in denen du für beide Hunde das Gleiche verwenden kannst. Das spart Zeit und Geld:
Was du gemeinsam einkaufen und vorbereiten kannst
- Gemüse-Mix: Bereite einen großen Topf pürierten Gemüse-Mix vor, den beide Hunde bekommen. Nur die Menge variiert.
- Knochenbrühe: Ein Topf Knochenbrühe reicht für beide. Frier sie in Eiswürfelbehältern ein.
- Basis-Fleischsorten: Wenn beide Hunde die gleichen Proteine vertragen, kaufst du in großen Mengen und portionierst dann individuell.
- Supplements: Manche Nahrungsergänzungen wie Seealgenmehl oder Bierhefe bekommen beide, nur in unterschiedlicher Dosierung.
Wo du individuell anpassen musst
- Fettgehalt: Der ältere Hund bekommt magereres Fleisch, der jüngere darf es fetter haben.
- Knochen: Der eine Hund verträgt Hühnerhälse wunderbar, ein anderer mit empfindlichen Zähnen bekommt lieber gewolfte Knochen.
- Supplements: Ein älterer Hund bekommt zusätzlich Grünlippmuschelpulver für die Gelenke, ein junger braucht das oft noch nicht.
- Proteinquellen: Wenn ein Hund Allergiker ist, muss seine Auswahl eingeschränkt werden.

Fütterung: Jeder an seinen Platz
Das Thema Fütterung bei Mehrhundehaltung hat nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine soziale Komponente. Hunde können um Futter konkurrieren, und das kann zu Stress und sogar Aggression führen.
Bewährte Fütterungsregeln
- Getrennt füttern: Jeder Hund bekommt seinen Napf an einem festen Platz, mit genug Abstand zum anderen. Zum Beispiel einer in der Küche, der andere im Flur.
- Gleichzeitig füttern: Beide Näpfe werden gleichzeitig hingestellt, damit kein Neid entsteht.
- Kein Napf-Tausch: Wenn einer schneller fertig ist, darf er nicht an den Napf des anderen. Dafür müssen die Hunde das "Bleib"-Kommando beherrschen.
- Kauknochen einzeln: Knochen und Kauartikel gibt es nur unter Aufsicht und mit genug Abstand. Das ist die häufigste Situation für Ressourcenverteidigung.
Kosten im Griff behalten
BARF für mehrere Hunde kann ins Geld gehen, aber mit cleverer Planung lassen sich die Kosten optimieren:
- Großpackungen kaufen: 10-Kilo-Pakete Muskelfleisch sind pro Kilo deutlich günstiger als 500-Gramm-Packungen.
- Sammelbestellungen: Schließ dich mit anderen BARFern zusammen. Viele Shops bieten ab bestimmten Bestellmengen Rabatte oder kostenlose Lieferung.
- Saisonales Gemüse: Kauf Gemüse, das gerade Saison hat, günstiger und frischer.
- Beim Schlachter kaufen: Innereien, Pansen und Knochen bekommst du beim Metzger oft viel günstiger als im BARF-Shop.
- Reste verwerten: Was vom Kochen für die Familie übrig bleibt, Gemüsereste, Karottengrün, Brokkolistrünke, kann oft in den Hundenapf wandern.
Wenn ein neuer Hund dazukommt
Einen zweiten oder dritten Hund in ein bestehendes BARF-System zu integrieren, ist einfacher als du denkst. Erstelle einfach einen eigenen Plan für den Neuzugang, kaufe die entsprechenden Behälter und erweitere deinen Prep-Tag um eine weitere Station. Am Anfang dauert es etwas länger, aber nach zwei bis drei Wochen hast du die Routine drin.
Wenn der neue Hund ein BARF-Anfänger ist, stelle ihn langsam um, während die anderen Hunde ihr gewohntes Futter bekommen. Das kann anfangs verwirrend sein, weil verschiedene Näpfe auf der Arbeitsplatte stehen, aber auch das wird schnell Routine.
Fazit zum Mehrhunde-BARF
BARFen mit mehreren Hunden ist absolut machbar, es braucht nur ein gutes System. Der Schlüssel liegt in individuellen Plänen, farbcodierten Behältern, einem festen Prep-Tag und konsequenter Fütterungsroutine. Und ganz ehrlich: Wenn du erst einmal in der Routine bist, macht es sogar richtig Spaß, für jede Fellnase den perfekten Napf zusammenzustellen. Denn jeder deiner Hunde verdient eine Ernährung, die genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 22. September 2026.
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