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BARF-Portionen berechnen – Schritt-für-Schritt-Anleitung zur richtigen Futtermenge

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BARF-Portionen berechnen – Schritt-für-Schritt-Anleitung zur richtigen Futtermenge

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PortionierungBerechnungGrundlagenAnfänger

Die häufigste Frage ist gleichzeitig die wichtigste: "Wie viel soll ich meinem Hund eigentlich geben?" Die Unsicherheit ist verständlich. Beim Fertigfutter steht eine Tabelle auf der Packung, beim BARFen stehst du erstmal allein da. Aber keine Sorge – die BARF-Portionen zu berechnen ist leichter, als du denkst. Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie es geht, mit konkreten Beispielen und Rechenformeln, die du direkt anwenden kannst.

Schritt 1: Die Gesamtfuttermenge ermitteln

Die tägliche BARF-Menge berechnet sich als Prozentsatz des Körpergewichts deines Hundes. Der Standardwert liegt bei 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts pro Tag. Aber wo genau innerhalb dieser Spanne liegst du? Das hängt von mehreren Faktoren ab:

2 Prozent

Für Hunde mit niedrigem Energiebedarf: Senioren, kastrierte Hunde, wenig aktive Hunde, Hunde die abnehmen sollen.

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2,5 Prozent

Der goldene Mittelwert für die meisten erwachsenen Hunde mit normalem Aktivitätslevel.

3 Prozent

Für aktive Hunde, Arbeitshunde, Hunde im Wachstum (ab 6 Monaten), Hunde die zunehmen sollen.

4 bis 6 Prozent

Für Welpen unter 6 Monaten – sie wachsen schnell und brauchen anteilig deutlich mehr Futter.

Beispielrechnung: Ein 25 Kilo schwerer, normal aktiver Hund bekommt 2,5 Prozent seines Körpergewichts: 25 kg × 0,025 = 0,625 kg = 625 Gramm BARF pro Tag. Das verteilt sich auf zwei Mahlzeiten, also etwa 312 Gramm pro Mahlzeit.

Schritt 2: Die Aufteilung – tierisch und pflanzlich

Die Gesamtmenge teilst du in zwei große Gruppen auf:

  • 80 Prozent tierischer Anteil: Fleisch, Knochen, Innereien, Fisch
  • 20 Prozent pflanzlicher Anteil: Gemüse und etwas Obst

Bei unserem 25-Kilo-Hund mit 625 Gramm Tagesration wären das:

  • Tierischer Anteil: 500 Gramm
  • Pflanzlicher Anteil: 125 Gramm

Schritt 3: Den tierischen Anteil aufschlüsseln

Die 80 Prozent tierischer Anteil werden weiter aufgeteilt. Hier gibt es verschiedene Modelle, aber das am weitesten verbreitete sieht so aus:

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  • 50 Prozent Muskelfleisch: Das Basisprotein. Rind, Huhn, Lamm, Wild, Pferd – im Wechsel.
  • 20 Prozent Pansen und Blättermagen: Die natürliche Probiotika-Quelle.
  • 15 Prozent rohe fleischige Knochen (RFK): Für Kalzium und Phosphor.
  • 10 Prozent Innereien: Davon die Hälfte Leber, die andere Hälfte andere Innereien (Niere, Herz, Milz).
  • 5 Prozent Fisch: Für Omega-3-Fettsäuren und Jod.

Konkret für unseren 25-Kilo-Hund (500g tierisch)

  • Muskelfleisch: 250 Gramm
  • Pansen/Blättermagen: 100 Gramm
  • Rohe fleischige Knochen: 75 Gramm
  • Innereien: 50 Gramm (davon 25g Leber, 25g andere)
  • Fisch: 25 Gramm
Wichtig zu verstehen: Diese Prozentsätze sind Richtwerte für die WOCHE, nicht für jede einzelne Mahlzeit. Du musst nicht jeden Tag exakt diese Verteilung einhalten. Montag kann ein reiner Fleischtag sein, Dienstag ein Pansen-Tag, Mittwoch ein Knochen-Tag. Über die Woche gesehen sollte es stimmen.

Schritt 4: Den pflanzlichen Anteil aufschlüsseln

Die 20 Prozent pflanzlicher Anteil teilen sich auf in:

  • 75 Prozent Gemüse (= 15% der Gesamtration): Püriert oder gedünstet, damit der Hund die Nährstoffe aufnehmen kann.
  • 25 Prozent Obst (= 5% der Gesamtration): Als natürliche Vitaminquelle und Geschmacksvariation.

Für unseren 25-Kilo-Hund (125g pflanzlich)

  • Gemüse: 94 Gramm
  • Obst: 31 Gramm

Schritt 5: Supplements und Öle

Zusätzlich zur Grundration kommen noch Öle und gegebenenfalls Nahrungsergänzungen:

  • Lachsöl oder Hanföl: 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht (an Tagen ohne Fisch).
  • Seealgenmehl: Eine Messerspitze für Jod und Mineralstoffe.
  • Bierhefe: Optional, für B-Vitamine.
  • Hagebuttenpulver: Optional, für Vitamin C und Gelenkgesundheit.

Welpen-Berechnung: Ein Sonderfall

Bei Welpen ist die Berechnung etwas anders, weil sie in Relation zu ihrem Körpergewicht deutlich mehr Futter brauchen. Hier die Richtwerte:

  • 8-16 Wochen: 6 bis 8 Prozent des aktuellen Körpergewichts, auf 4 Mahlzeiten verteilt
  • 4-6 Monate: 4 bis 6 Prozent, auf 3 Mahlzeiten verteilt
  • 6-12 Monate: 3 bis 4 Prozent, auf 2 Mahlzeiten verteilt
  • Ab 12 Monate: 2 bis 3 Prozent wie bei erwachsenen Hunden

Wichtig: Bei Welpen die Futtermenge regelmäßig anpassen, weil sie schnell wachsen. Wiege deinen Welpen wöchentlich und berechne die Ration neu.

Achtung bei großen Rassen: Welpen großer Rassen (Deutsche Dogge, Bernhardiner, Neufundländer etc.) sollten eher am unteren Rand der Futtermenge gehalten werden, um zu schnelles Wachstum zu vermeiden. Zu schnelles Wachstum belastet die Gelenke und kann zu Skelettentwicklungsstörungen führen. Hier gilt: Langsam wachsen ist gesünder.

Die Futtermenge anpassen: Beobachten und justieren

Die berechnete Futtermenge ist ein Ausgangspunkt – kein starres Gesetz. Jeder Hund hat einen individuellen Stoffwechsel, und die tatsächlich benötigte Menge kann von der berechneten abweichen. Deshalb: Beobachte deinen Hund!

Zeichen, dass die Futtermenge stimmt

  • Stabiles Gewicht (regelmäßig wiegen)
  • Gute Energie und Vitalität
  • Glänzendes Fell
  • Fester, wohlgeformter Kot
  • Rippen fühlbar, aber nicht sichtbar

Zeichen, dass zu wenig gefüttert wird

  • Gewichtsverlust
  • Rippen sind sichtbar
  • Der Hund wirkt hungrig und sucht ständig nach Futter
  • Stumpfes Fell, wenig Energie

Zeichen, dass zu viel gefüttert wird

  • Gewichtszunahme
  • Rippen kaum noch zu fühlen
  • Der Hund lässt regelmäßig Futter stehen
  • Weicher Kot (kann auf Überfütterung hindeuten)

Praxis-Beispiel: Ein kompletter Wochenplan

Für unseren 25-Kilo-Hund mit 625 Gramm Tagesration könnte eine Woche so aussehen:

  • Montag: Rindermuskelfleisch (250g) + Zucchini-Karotten-Mix (125g) + Lachsöl
  • Dienstag: Grüner Pansen (200g) + Huhnmuskelfleisch (100g) + Kürbis-Apfel-Mix (125g)
  • Mittwoch: Hühnerhälse (150g) + Rindfleisch (150g) + Brokkoli-Birne-Mix (125g) + Bierhefe
  • Donnerstag: Lamm (200g) + Rinderleber (25g) + Niere (25g) + Spinat-Heidelbeer-Mix (125g)
  • Freitag: Lachs (100g) + Rindfleisch (150g) + Rote-Bete-Karotten-Mix (125g) + Seealgenmehl
  • Samstag: Blättermagen (200g) + Wild (100g) + Kürbis-Banane-Mix (125g) + Hanföl
  • Sonntag: Pferdefleisch (200g) + Hühnerherz (50g) + Leber (25g) + Gurke-Apfel-Mix (125g) + Ei

Berechnungs-Fazit

Die BARF-Portionen zu berechnen ist kein Hexenwerk. Die Grundformel ist simpel: Körpergewicht mal Prozentsatz gleich Tagesmenge. Die Aufteilung in 80 Prozent tierisch und 20 Prozent pflanzlich gibt dir das Grundgerüst. Und dann gilt: Beobachten, anpassen, optimieren. Nach ein paar Wochen hast du ein Gefühl dafür entwickelt, wie viel dein Hund braucht, und berechnest das im Kopf, während du den Napf füllst. Es wird einfacher, als es klingt.

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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 17. Juli 2026.

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