BARF-Rechner – Tagesbedarf richtig berechnen
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Die häufigste Frage von BARF-Anfängern lautet: "Wie viel muss ich meinem Hund denn jetzt genau geben?" Die Unsicherheit ist verständlich. Beim Trockenfutter steht die Menge auf der Packung, beim BARFen musst du selbst rechnen. Aber keine Angst, es ist viel einfacher, als es aussieht.
Die Grundformel: So berechnest du den Tagesbedarf
Die Basis-Berechnung ist simpel:
Tagesbedarf = Körpergewicht x Futterfaktor

Der Futterfaktor liegt für erwachsene Hunde bei 2 bis 4 Prozent des Körpergewichts. Innerhalb dieser Spanne richtet sich die genaue Menge nach Alter, Aktivitätslevel und Stoffwechsel deines Hundes.
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Futterfaktor-Richtwerte
- 2 Prozent: Ältere, wenig aktive Hunde oder Hunde, die abnehmen sollen.
- 2,5 Prozent: Normal aktive erwachsene Hunde, der Standardwert für die meisten.
- 3 Prozent: Aktive Hunde, die viel Bewegung bekommen (Joggen, Hundesport).
- 3,5 bis 4 Prozent: Hochleistungshunde, trächtige/laktierende Hündinnen.
20 kg x 0,025 = 500 g Tagesbedarf
Rechenbeispiel, 30-kg-Hund, sportlich aktiv (3 %):
30 kg x 0,03 = 900 g Tagesbedarf
Die Aufteilung: Was kommt in welcher Menge in den Napf?
Der Tagesbedarf wird in einen tierischen und einen pflanzlichen Anteil aufgeteilt. Die gängige Aufteilung ist 80 Prozent tierisch und 20 Prozent pflanzlich.
Tierischer Anteil (80 Prozent)
Der tierische Anteil wird weiter aufgeschlüsselt:
- Muskelfleisch: 50 Prozent der Gesamtration (= 250 g bei 500 g Tagesbedarf)
- Rohe fleischige Knochen (RFK): 15 bis 20 Prozent (= 75 bis 100 g)
- Pansen/Blättermagen: 10 bis 15 Prozent (= 50 bis 75 g)
- Innereien: 10 bis 15 Prozent (= 50 bis 75 g)
Pflanzlicher Anteil (20 Prozent)
- Gemüse: 15 Prozent der Gesamtration (= 75 g bei 500 g)
- Obst: 5 Prozent (= 25 g)
Plus: Öle und Zusätze
Zusätzlich zur berechneten Futtermenge kommen noch:
- Lachsöl: 1 ml pro 5 kg Körpergewicht (= 4 ml bei 20 kg)
- Seealgenmehl: Eine Messerspitze für Jod
- Optional: Eierschalenmehl als Kalzium-Ergänzung, falls wenig RFK gefüttert wird

Muskelfleisch: 250 g
Rohe fleischige Knochen: 85 g
Pansen/Blättermagen: 65 g
Innereien (Leber, Niere, Milz): 60 g
Gemüse (püriert): 75 g
Obst: 25 g
Plus: 4 ml Lachsöl + Seealgenmehl
Innereien richtig aufteilen
Innereien sind nicht gleich Innereien. Für eine optimale Nährstoffversorgung solltest du verschiedene Sorten abwechselnd füttern:
- Leber: Etwa die Hälfte des Innereien-Anteils. Liefert Vitamin A, B-Vitamine, Eisen, Kupfer.
- Niere: Etwa ein Viertel. Reich an B-Vitamine und Selen.
- Milz: Ein Viertel. Gute Eisenquelle.
- Herz: Wird oft als Innerei gezählt, ist aber eigentlich ein Muskel. Reich an Taurin und CoQ10. Kann als Teil des Muskelfleisch-Anteils gefüttert werden.
Individuelle Anpassung: Die Waage und der Blick
Die berechnete Menge ist ein Startwert, kein Gesetz. Jeder Hund ist anders, und du wirst die Menge im Laufe der Zeit anpassen müssen.
Wiege deinen Hund regelmäßig
Einmal pro Woche auf die Waage, am besten immer zur gleichen Zeit (morgens vor der Fütterung). Notiere dir das Gewicht. So erkennst du Trends.
Der Rippen-Test
Streiche mit flacher Hand über den Brustkorb deines Hundes:
- Rippen gut tastbar, aber nicht sichtbar: Idealgewicht.
- Rippen deutlich sichtbar: Zu dünn, Futtermenge erhöhen.
- Rippen kaum oder nicht tastbar: Zu dick, Futtermenge reduzieren.
Der Taillen-Check
Schau von oben auf deinen Hund. Er sollte hinter den Rippen eine sichtbare Taille haben. Von der Seite sollte der Bauch leicht nach oben verlaufen.
Sonderfälle: Anpassungen für bestimmte Situationen
Welpen
Welpen brauchen 5 bis 8 Prozent ihres Körpergewichts, aufgeteilt auf 3 bis 4 Mahlzeiten pro Tag. Die Menge reduzierst du schrittweise mit dem Wachstum.
Senioren
Ältere Hunde brauchen oft weniger Futter (1,5 bis 2 Prozent), da ihr Stoffwechsel langsamer wird. Gleichzeitig steigt der Bedarf an leicht verdaulichem Protein.
Trächtige und laktierende Hündinnen
In der zweiten Trächtigkeitshälfte und während der Laktation steigt der Bedarf auf 4 bis 8 Prozent des Körpergewichts. Hier ist eine fachkundige Beratung sinnvoll.
Sportlich aktive Hunde
Hunde, die regelmäßig Hundesport treiben oder viel laufen, brauchen mehr Energie. Erhöhe den Futterfaktor und den Fettanteil im Fleisch.
Wochenplan statt Tagesplan
Ein Tipp, der das BARF-Leben enorm erleichtert: Denke in Wochen statt in Tagen. Es muss nicht jeden Tag jede Komponente im Napf landen. Solange die Wochenbilanz stimmt, ist alles gut.
Zum Beispiel:
- Montag: Muskelfleisch + Pansen + Gemüse
- Dienstag: Muskelfleisch + RFK + Gemüse
- Mittwoch: Muskelfleisch + Innereien + Gemüse
- Donnerstag: Muskelfleisch + Pansen + Gemüse
- Freitag: Muskelfleisch + RFK + Gemüse
- Samstag: Muskelfleisch + Innereien + Gemüse
- Sonntag: "Fasttag" mit leichter Kost oder größerer Knochenmahlzeit
Berechnungs-Fazit
Die BARF-Berechnung ist kein Hexenwerk. Körpergewicht mal Futterfaktor, sinnvoll aufteilen, beobachten und anpassen. Nach ein paar Wochen machst du das im Schlaf. Und vergiss nicht: Dein Hund ist kein Taschenrechner. Es geht nicht um Gramm-Genauigkeit, sondern um eine grundsätzlich ausgewogene Ernährung. Ein paar Gramm mehr oder weniger Karotte machen keinen Unterschied, Hauptsache, die großen Bausteine stimmen.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 27. Juli 2026.
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