Erbrechen & Futterunverträglichkeit beim BARFen: Ursachen & Lösungen
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Dein Hund hat gerade gebarft und gibt alles wieder von sich? Oder er hat chronischen Durchfall, kratzt sich ständig oder bekommt Blähungen nach bestimmten Mahlzeiten? Dann könnte eine Futterunverträglichkeit oder -allergie dahinterstecken.
Erst mal tief durchatmen: Das kommt häufiger vor als du denkst und lässt sich fast immer lösen.
Erbrechen vs. Regurgitieren, der Unterschied
Zunächst eine wichtige Unterscheidung, die viele Hundehalter nicht kennen:
Fit-Barf Gemüseflocken Dreierlei für Hunde, 450 g
Getreidefreie Gemüseflocken aus Karotte, Süßkartoffel und Zucchini zum Einrühren in die Ration.
Anzeige · Affiliate-Link zu Amazon.
| Erbrechen | Regurgitieren | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Minuten bis Stunden nach dem Fressen | Unmittelbar nach dem Fressen |
| Aussehen | Teilverdaut, mit Magensaft | Unverdaut, röhrenförmig |
| Vorgang | Würgen, Bauchkontraktionen | Passiv, ohne Würgen |
| Häufige Ursache | Unverträglichkeit, Krankheit | Zu schnell gefressen, zu große Stücke |
Die häufigsten Ursachen für Erbrechen beim BARFen
1. Zu schnelle Umstellung
Der häufigste Fehler: Der Hund wurde von heute auf morgen komplett auf BARF umgestellt. Der Magen-Darm-Trakt braucht Zeit, um die Enzymproduktion anzupassen. Die Magensäure muss sich verändern, die Darmflora sich neu aufbauen.
Lösung: Schrittweise umstellen über 7–14 Tage. Starte mit einer leicht verdaulichen Proteinquelle (Huhn oder Pute) und steigere langsam.
2. Zu fettes Futter
Fett ist ein häufiger Auslöser für Erbrechen, besonders bei Hunden mit empfindlichem Magen oder bei Hunden, die vorher fettarmes Trockenfutter bekamen.
Lösung: Fettanteil reduzieren, magereres Fleisch wählen (Pute, Wild), Fett schrittweise erhöhen.
3. Zu viele Innereien
Innereien, besonders Leber, sind nährstoffreich, aber auch schwer verdaulich. Zu große Mengen führen häufig zu Erbrechen und Durchfall.
Lösung: Innereien auf maximal 10–15 % der Gesamtration begrenzen. Leber nicht mehr als 5 %.
4. Knochenfragmente
Manche Hunde vertragen Knochen schlecht oder kauen sie nicht gründlich genug. Zu große Knochenstücke können den Magen reizen.
Lösung: Weichere Knochen wählen (Hühnerhälse), Knochenanteil reduzieren oder zeitweise durch Knochenmehl ersetzen.
5. Echte Futterallergie
Eine echte Futtermittelallergie ist seltener als eine Unverträglichkeit, aber sie kommt vor. Die häufigsten Allergene bei Hunden:
- Rind
- Huhn
- Milchprodukte
- Weizen (beim BARFen selten relevant)
- Ei
Die Ausschlussdiät: So findest du den Auslöser
Eine Ausschlussdiät (Eliminationsdiät) ist der Goldstandard, um Futtermittelallergien zu identifizieren. So funktioniert sie:
Phase 1: Elimination (6–8 Wochen)
- Füttere nur eine einzige Proteinquelle, die dein Hund noch nie oder selten bekommen hat (z.B. Pferd, Känguru, Ziege)
- Dazu eine einzige Kohlenhydrat-/Gemüsequelle (z.B. Süßkartoffel oder Kürbis)
- Nichts anderes, keine Leckerlis, keine Kauknochen, keine Tischreste
- 6–8 Wochen durchhalten, ja, so lange dauert es
Phase 2: Provokation (ab Woche 7–9)
- Füge eine neue Proteinquelle hinzu (z.B. Rind)
- Beobachte 1–2 Wochen: Treten Symptome auf?
- Wenn ja: Diese Proteinquelle ist der Auslöser, dauerhaft meiden
- Wenn nein: Behalten und nächste Proteinquelle testen
Das Futter-Tagebuch: Dein wichtigstes Werkzeug
Ob Allergie-Verdacht oder einfach zur Optimierung, ein Futter-Tagebuch hilft dir, Zusammenhänge zu erkennen, die dir sonst entgehen würden.
Was du notierst:
- Datum und Uhrzeit der Mahlzeit
- Genaue Zutaten und Mengen
- Kotbeschaffenheit (Farbe, Konsistenz, Häufigkeit)
- Besonderheiten (Erbrechen, Blähungen, Juckreiz)
- Aktivität und Verhalten (müde, unruhig, normal)
Schon nach 2–3 Wochen wirst du Muster erkennen: „Immer wenn ich Rinderleber gebe, wird der Kot weich" oder „Nach Hühnchen kratzt er sich mehr."
Wann zum Tierarzt?
Nicht jedes Erbrechen ist gleich ein Notfall. Aber es gibt klare Grenzen:
| Symptom | Dringlichkeit |
|---|---|
| Einmaliges Erbrechen, Hund ist fit | Beobachten, kein Grund zur Panik |
| Mehrfaches Erbrechen am selben Tag | Futter für 12–24h aussetzen, dann Schonkost |
| Erbrechen über 24 Stunden | Tierarzt aufsuchen |
| Blut im Erbrochenen | SOFORT zum Tierarzt! |
| Erbrechen + Durchfall + Lethargie | SOFORT zum Tierarzt! |
| Aufgeblähter Bauch + Würgen ohne Erbrechen | NOTFALL, Magendrehung möglich! |
Erste Hilfe bei Erbrechen: Schonkost
Wenn dein Hund einmalig erbrochen hat und ansonsten fit wirkt, hilft oft eine kurze Schonkost-Phase:
- 12–24 Stunden Fastenzeit (Wasser immer bereitstellen!)
- Danach: Gekochtes Hühnchen + Kürbis in kleinen Portionen
- 2–3 Tage Schonkost, dann langsam zurück zu BARF
- Beim Zurückführen: Nur eine Fleischsorte, kein Fett, keine Innereien
BARF-Tipps für glückliche Hunde
Neue Rezepte, Futterpläne und Tipps rund ums Barfen – direkt in dein Postfach.
🎁 Gratis dazu: BARF-Starter-Checkliste (PDF)
Das könnte dich auch interessieren
BARF bei Allergien und Hautproblemen: So hilfst du deinem Hund
Dein Hund kratzt sich ständig, hat Hotspots oder Ohrentzündungen? BARF kann helfen — wenn du es richtig angehst. Hier erfährst du wie, mit Ausschlussdiät-Anleitung.
Darmgesundheit beim Hund: Probiotika, Pansen und warum der Kot so wichtig ist
Ein gesunder Darm ist die Basis für ein gesundes Hundeleben. Erfahre, wie du die Darmflora deines Hundes durch BARF, Probiotika und natürliche Hausmittel optimal unterstützt.
Nährstoffmangel beim Hund erkennen: Worauf du beim BARFen achten musst
Stumpfes Fell, brüchige Krallen, Müdigkeit — könnte deinem Hund etwas fehlen? Erfahre, welche Nährstoffmängel beim BARFen auftreten können, wie du sie erkennst und was das Blutbild verrät.
Kommentare (0)
Mehr entdecken
Alle Artikel auf BARFguide →
Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 19. Oktober 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@barfguide.de