Futtermittelunverträglichkeit beim Hund erkennen und mit BARF handeln
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Chronischer Juckreiz, wiederkehrende Ohrenentzündungen, ständiger Durchfall – wenn dein Hund unter solchen Symptomen leidet, steckt vielleicht kein Flohbefall oder Virus dahinter, sondern etwas, das jeden Tag im Napf landet: sein Futter. Futtermittelunverträglichkeiten und -allergien sind bei Hunden weiter verbreitet, als viele denken – und BARF ist das perfekte Werkzeug, um ihnen auf die Spur zu kommen und sie zu behandeln. Genau das habe ich mit meinem jüngeren Hund durchgemacht, und ich möchte dir erzählen, wie es funktioniert.
Unverträglichkeit vs. Allergie – wo liegt der Unterschied?
Diese Begriffe werden oft synonym verwendet, sind aber medizinisch unterschiedlich:
Futtermittelallergie
Eine echte Allergie ist eine Immunreaktion. Das Immunsystem deines Hundes identifiziert ein bestimmtes Protein (z.B. aus Rindfleisch oder Huhn) fälschlicherweise als "Feind" und produziert Antikörper dagegen. Diese Reaktion kann bei jeder Fütterung auftreten, auch bei kleinsten Mengen des Allergens. Futtermittelallergien sind relativ selten und betreffen schätzungsweise 5 bis 10 Prozent aller Hunde mit Hautproblemen.
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Futtermittelunverträglichkeit
Deutlich häufiger als echte Allergien. Hier reagiert nicht das Immunsystem, sondern der Verdauungstrakt kann bestimmte Bestandteile des Futters nicht richtig verarbeiten. Die Reaktion ist dosisabhängig – kleine Mengen werden vielleicht vertragen, größere nicht. Typische Auslöser sind Getreide, Milchprodukte, bestimmte Proteine oder Zusatzstoffe im Fertigfutter.
Symptome einer Futtermittelunverträglichkeit
Die Symptome können sehr vielfältig sein, und nicht jeder Hund zeigt die gleichen Anzeichen. Hier die häufigsten:
Hautsymptome
- Chronischer Juckreiz: Besonders an Pfoten, Ohren, Achseln und Leistengegend.
- Wiederkehrende Ohrenentzündungen: Braun-schwarzer, übelriechender Ohrenausfluss, Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren.
- Hot Spots: Nässende, entzündete Hautstellen, die sich der Hund wund leckt.
- Fellverlust: Besonders an den betroffenen Stellen.
- Rötungen und Schwellungen: Besonders um die Augen, am Maul und an den Pfoten.
Verdauungssymptome
- Chronischer Durchfall: Weicher bis flüssiger Kot, der über Wochen anhält.
- Erbrechen: Besonders nach bestimmten Mahlzeiten.
- Blähungen: Übermäßige Gasbildung.
- Häufiger Kotabsatz: Mehr als drei- bis viermal täglich.

Weitere Symptome
- Analdrüsenprobleme (häufiges Rutschen auf dem Hintern)
- Chronische Augenausfluss
- Vermehrter Speichelfluss
- Unruhe und Lethargie im Wechsel
Die häufigsten Auslöser
Bei Hunden sind die häufigsten Futtermittelallergene:
- Rindfleisch – der häufigste Auslöser, weil es auch am häufigsten gefüttert wird
- Huhn – ebenfalls sehr verbreitet
- Milchprodukte
- Weizen und Getreide
- Soja
- Lamm
- Ei
Beachte: Die Häufigkeit korreliert stark damit, wie oft ein Protein gefüttert wird. Rind und Huhn stehen ganz oben, weil sie in den meisten Hunde-Futtersorten enthalten sind. Exotische Proteine wie Känguru, Strauß oder Insektenprotein verursachen extrem selten Allergien – einfach weil die meisten Hunde noch nie damit in Kontakt gekommen sind.

Die BARF-Ausschlussdiät: So gehst du vor
Die Ausschlussdiät (Eliminationsdiät) ist der Goldstandard, um Futtermittelunverträglichkeiten zu identifizieren. Und BARF ist dafür prädestiniert, weil du jede einzelne Zutat kontrollieren kannst. Bei Fertigfutter mit 30 Zutaten weißt du nie genau, worauf dein Hund reagiert.
Phase 1: Elimination (6-8 Wochen)
Füttere nur eine einzige Proteinquelle, die dein Hund noch nie oder sehr selten bekommen hat. Dazu eine einzige Gemüsesorte und ein verträgliches Öl. Nichts anderes – keine Leckerlis, keine Kauartikel, keine Knochen von anderen Tieren.
Beliebte Ausschlussdiät-Proteine:
- Pferd (in Deutschland selten als Hundefutter verwendet)
- Känguru
- Ziege
- Strauß
- Hirsch oder Reh (wenn noch nie gefüttert)
Phase 2: Provokation (ab Woche 7-9)
Wenn die Symptome in Phase 1 deutlich zurückgegangen oder verschwunden sind, hast du deinen Beweis: Es liegt am Futter. Jetzt führst du alle zwei Wochen eine neue Zutat ein und beobachtest, ob die Symptome zurückkehren. Rind: zwei Wochen beobachten. Keine Reaktion? Rind ist okay. Huhn: zwei Wochen beobachten. Juckreiz kehrt zurück? Huhn ist der Übeltäter.
Praktische Tipps für die Ausschlussdiät
- Konsequent sein: Eine einzige Ausnahme kann das Ergebnis verfälschen. Keine Leckerlis, keine Tischreste, nichts vom Boden aufsammeln lassen.
- Alle im Haushalt informieren: Partner, Kinder und Besucher müssen wissen, dass der Hund nichts anderes bekommt.
- Tagebuch führen: Notiere täglich, was dein Hund bekommt und wie seine Symptome sind. Nach acht Wochen hast du ein klares Bild.
- Geduld haben: Sechs bis acht Wochen klingt lang, aber manche Hunde brauchen diese Zeit, bis die Symptome vollständig abklingen.
- Tierarzt einbeziehen: Arbeite mit deinem Tierarzt zusammen, besonders wenn dein Hund stark leidet.
Nach der Ausschlussdiät: Der neue Speiseplan
Sobald du den Auslöser identifiziert hast, streichst du ihn dauerhaft vom Speiseplan. Die gute Nachricht: Die meisten Hunde reagieren auf nur ein oder zwei Proteine. Alle anderen kannst du normal füttern. Dein BARF-Plan wird vielleicht etwas eingeschränkter, aber mit etwas Kreativität bekommt dein Hund trotzdem eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung.
Mein Allergie-Fazit
Futtermittelunverträglichkeiten sind frustrierend – für dich und deinen Hund. Aber mit BARF hast du das perfekte Werkzeug, um den Auslöser zu finden und zu eliminieren. Die Ausschlussdiät erfordert Geduld und Konsequenz, aber sie funktioniert. Und am Ende steht ein Hund, der sich nicht mehr kratzt, keine Ohrenentzündungen mehr hat und endlich wieder fröhlich und beschwerdefrei durchs Leben läuft. Das ist jede Mühe wert, versprochen.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 23. Juni 2026.
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