BARF und Gewichtskontrolle – so bringst du deinen Hund auf Idealgewicht
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Hand aufs Herz, weißt du wirklich, ob dein Hund sein Idealgewicht hat? Viele denken beim Umstieg aufs Barfen, sie hätten alles im Griff. Bis die Tierärztin bei der Routineuntersuchung meint: "Der Hund könnte ruhig zwei Kilo weniger haben." Das ist dann ein kleiner Schock, schließlich füttert man doch so gesund! Aber genau das ist der Punkt: Auch mit BARF kann ein Hund zu viel oder zu wenig auf den Rippen haben. Es kommt auf die richtige Zusammensetzung und Menge an.
Warum Übergewicht bei Hunden so gefährlich ist
Übergewicht ist bei Hunden leider weit verbreitet, Studien sprechen davon, dass etwa 40 bis 50 Prozent aller Hunde in Deutschland zu schwer sind. Und die Folgen sind gravierend: Übergewicht belastet die Gelenke, fördert Arthrose, erhöht das Risiko für Diabetes, Herzprobleme und Atemwegserkrankungen. Und ganz pragmatisch: Ein zu schwerer Hund hat weniger Freude an Bewegung und lebt im Durchschnitt kürzer als ein normalgewichtiger Artgenosse.
Aber auch Untergewicht ist ein Problem, das man nicht unter den Teppich kehren sollte. Gerade bei BARF-Anfängern sind manchmal Hunde zu mager, weil die Portionen zu knapp berechnet wurden oder der Fettanteil zu niedrig ist. Beides, zu viel und zu wenig, verdient deine Aufmerksamkeit.
So erkennst du das Idealgewicht deines Hundes
Vergiss die Waage, die allein sagt nämlich wenig aus. Viel wichtiger ist der sogenannte Body Condition Score (BCS), eine visuelle und taktile Einschätzung der Körperkondition deines Hundes. Du prüfst dabei drei Dinge:
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Die Rippen-Probe
Leg deine Hände flach an die Seiten deines Hundes. Kannst du die Rippen leicht fühlen, ohne stark drücken zu müssen? Dann ist alles gut. Musst du richtig drücken, um die Rippen zu ertasten, hat dein Hund wahrscheinlich zu viel auf den Rippen. Siehst du die Rippen dagegen schon von Weitem, ist er zu dünn.
Die Taille von oben
Schau dir deinen Hund von oben an. Erkennst du eine deutliche Taille hinter dem Brustkorb? Dann passt das Gewicht. Ist der Körper eher oval oder kastenförmig, deutet das auf Übergewicht hin.
Die Bauchlinie von der Seite
Von der Seite betrachtet sollte die Bauchlinie hinter den Rippen leicht nach oben verlaufen. Hängt der Bauch durch oder verläuft die Linie waagerecht, ist dein Hund wahrscheinlich zu schwer.
Abnehmen mit BARF: so funktioniert es
Der große Vorteil von BARF beim Abnehmen: Du weißt genau, was im Napf landet, und kannst gezielt stellschrauben drehen. Bei Fertigfutter bist du an feste Rezepturen gebunden, beim BARFen hast du volle Kontrolle.
Schritt 1: Die Futtermenge anpassen
Die allgemeine Empfehlung liegt bei 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts pro Tag. Wenn dein Hund abnehmen soll, rechne die Futtermenge auf das Zielgewicht, nicht auf das aktuelle Gewicht. Ein 35-Kilo-Hund, der eigentlich 30 Kilo wiegen sollte, bekommt also die Futtermenge für 30 Kilo.
Schritt 2: Fettanteil reduzieren
Fett ist der energiereichste Nährstoff, ein Gramm Fett liefert etwa doppelt so viele Kalorien wie ein Gramm Protein. Wenn dein Hund abnehmen soll, wähle magerere Fleischsorten: Hühnerbrust statt Hühnenschenkel, Rindertatar statt durchwachsenes Gulaschfleisch, Putenfleisch statt Lammbauch. Der Fettanteil sollte bei einer Diät zwischen 10 und 15 Prozent liegen statt der üblichen 15 bis 25 Prozent.
Schritt 3: Gemüseanteil erhöhen
Gemüse liefert Volumen, Ballaststoffe und Nährstoffe bei sehr wenigen Kalorien. Erhöhe den Gemüseanteil vorübergehend von den üblichen 20 Prozent auf bis zu 30 Prozent. Gut geeignet sind kalorienarme Sorten wie Zucchini, Gurke, Kürbis und Salat. So bleibt der Napf voll und dein Hund fühlt sich satt.
Schritt 4: Leckerlis einrechnen
Das vergessen viele: Leckerlis, Kauartikel und Snacks zwischendurch haben auch Kalorien. Rechne alles, was neben den Hauptmahlzeiten gefüttert wird, in die Tagesration ein. Verwende als Training-Leckerli stattdessen kleine Stücke mageres Fleisch oder Gemüse.
Zunehmen mit BARF: wenn der Hund zu dünn ist
Das Gegenteil kommt öfter vor, als du denkst. Manche Hunde sind Futterverweigerer, andere haben einen extrem hohen Stoffwechsel, und wieder andere kommen aus dem Tierschutz und müssen erstmal aufgepäppelt werden.
Fettanteil erhöhen
Wähle fettreichere Fleischsorten: Lamm, Ente, Rinderbrustbein, Bauchfleisch. Auch ein Schuss hochwertiges Öl (Lachsöl, Hanföl) ins Futter kann helfen. Der Fettanteil darf beim Zunehmen ruhig bei 20 bis 30 Prozent liegen.
Häufiger füttern
Statt zwei großen Mahlzeiten gib drei bis vier kleinere. Viele Hunde fressen lieber mehrere kleine Portionen als eine riesige. Das entlastet auch den Magen-Darm-Trakt.
Knochenbrühe als Energiebooster
Knochenbrühe ist nahrhaft, schmackhaft und leicht verdaulich. Koch regelmäßig einen großen Topf und gieß sie über das Futter. Die meisten Hunde schlabbern das begeistert weg, und die zusätzlichen Kalorien und das Kollagen sind ein Bonus.
Wie viel Gewichtsveränderung ist normal?
Ein gesunder Gewichtsverlust bei Hunden liegt bei etwa einem bis zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche. Bei einem 30-Kilo-Hund sind das 300 bis 600 Gramm pro Woche. Das klingt wenig, aber über ein paar Wochen summiert sich das ordentlich. Beim Zunehmen gelten ähnliche Werte, langsam und stetig ist besser als schnell und ruckartig.
Wiege deinen Hund einmal pro Woche, am besten immer zur gleichen Tageszeit. Und lass dich nicht verrückt machen, wenn es mal ein paar Gramm in die falsche Richtung geht, das ist völlig normal und kann an vielen Faktoren liegen.
Bewegung: Der andere Hebel
Ernährung ist die eine Seite, Bewegung die andere. Ein Hund, der nur dreimal am Tag kurz vor die Tür geht, wird selbst mit perfekter BARF-Ration Schwierigkeiten haben, sein Idealgewicht zu halten. Plane regelmäßige aktive Spaziergänge, Spieleinheiten und, wenn dein Hund das mag, Hundesport ein. Schwimmen ist übrigens fantastisch für übergewichtige Hunde, weil es die Gelenke schont.
Fazit zur Gewichtskontrolle
BARF gibt dir alle Werkzeuge an die Hand, um das Gewicht deines Hundes gezielt zu steuern. Die Kombination aus der richtigen Futtermenge, dem passenden Fettanteil und ausreichend Bewegung funktioniert zuverlässig. Hab Geduld, wiege regelmäßig und freue dich über jeden kleinen Fortschritt. Dein Hund wird es dir mit mehr Energie, Lebensfreude und Gesundheit danken.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 31. Oktober 2026.
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