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Hund zu dünn beim Barfen: So bringst du ihn auf ein gesundes Gewicht

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Hund zu dünn beim Barfen: So bringst du ihn auf ein gesundes Gewicht

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Während die meisten Artikel über Gewicht beim Hund von Übergewicht handeln, gibt es auch das gegenteilige Problem: Dein Hund ist zu dünn. Vielleicht sieht man die Rippen zu deutlich, die Hüftknochen stehen vor oder er kommt einfach nicht auf Gewicht. Das kann verunsichern, besonders wenn Bekannte oder der Tierarzt Kommentare machen.

Wann ist ein Hund wirklich zu dünn?

Erst mal: Nicht jeder schlanke Hund ist untergewichtig. Manche Rassen (Windhunde, Podencos, Weimaraner) sind von Natur aus rank und schlank. Beim BCS (Body Condition Score) auf einer Skala von 1–9 liegt das Ideal bei 4–5:

  • BCS 1–3: Untergewichtig, Rippen, Wirbelsäule und Hüftknochen deutlich sichtbar, wenig bis keine Fettabdeckung, Muskelschwund erkennbar.
  • BCS 4–5: Ideal, Rippen leicht tastbar unter dünner Fettschicht, Taille von oben erkennbar, Bauch leicht eingezogen.
  • BCS 6–9: Übergewichtig bis adipös.
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Wenn dein Hund unter BCS 4 liegt und du die Rippen ohne Druck siehst, solltest du handeln.

Mögliche Ursachen für Untergewicht

Zu wenig Futter

Der häufigste Grund. Viele BARF-Anfänger orientieren sich an der Standardformel von 2–3 % des Körpergewichts. Aber diese Formel ist nur ein Ausgangspunkt. Aktive Hunde, junge Hunde oder Hunde mit schnellem Stoffwechsel brauchen oft deutlich mehr.

Zu wenig Fett

Fett ist der wichtigste Energielieferant. Wenn du hauptsächlich mageres Fleisch fütterst (Pute, Hühnerbrust, mageres Rind), fehlen möglicherweise die Kalorien.

Schlechte Nährstoffverwertung

Parasiten, Darmerkrankungen oder eine unbalancierte Darmflora können dazu führen, dass dein Hund die Nährstoffe nicht richtig aufnimmt.

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Stress oder hohe Aktivität

Hunde, die viel Sport machen, viel alleine sind oder unter Stress stehen, verbrennen mehr Kalorien als ruhige Hunde.

Wichtig: Plötzlicher Gewichtsverlust ohne erklärbaren Grund sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Dahinter können Schilddrüsenprobleme, Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, Parasitenbefall oder andere Erkrankungen stecken.

BARF-Plan zum Zunehmen anpassen

1. Futtermenge erhöhen

Steigere die Tagesration schrittweise um 10–15 % pro Woche, bis dein Hund langsam zunimmt. Plötzliche große Mengen überfordern den Magen.

2. Fettanteil erhöhen

Fett liefert mit 9 kcal/g mehr als doppelt so viel Energie wie Protein. Praktische Fettquellen:

  • Lammfleisch: Fettreicher als Rind oder Geflügel
  • Rindertalg oder Schmalz: 1 Teelöffel zusätzlich pro Mahlzeit
  • Lachsfleisch (mit Haut): Fett- und Omega-3-reich
  • Blättermagen: Fettreicher als grüner Pansen
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3. Mahlzeiten aufteilen

Drei Mahlzeiten am Tag statt zwei. Kleinere, häufigere Portionen werden besser verwertet und belasten den Verdauungstrakt weniger.

4. Energiereiche Ergänzungen

  • Ei (roh oder leicht gekocht): Hochwertigstes tierisches Protein, gut verdaulich
  • Hüttenkäse oder Quark: Protein- und kalorienreich
  • Kokosflocken: Energiedicht, gut für das Fell
  • Gekochter Reis oder Kartoffel: Kohlenhydrate als zusätzliche Energiequelle
Geduld ist wichtig: Gesundes Zunehmen dauert Wochen, nicht Tage. Plane 4–8 Wochen für eine sichtbare Veränderung ein. Wiege deinen Hund wöchentlich und dokumentiere den Fortschritt. Eine Zunahme von 0,5–1 % des Körpergewichts pro Woche ist ein gutes Tempo.

Wann zum Tierarzt?

Geh zum Tierarzt, wenn:

  • Dein Hund trotz erhöhter Futtermenge nicht zunimmt
  • Zusätzliche Symptome auftreten (Durchfall, Erbrechen, Lethargie)
  • Der Gewichtsverlust plötzlich aufgetreten ist
  • Dein Hund ein Welpe ist und hinter der Wachstumskurve liegt

Lass eine Blutuntersuchung und eine Kotprobe machen, um organische Ursachen auszuschließen. Besonders eine Pankreasinsuffizienz (EPI) wird bei dünnen Hunden mit großem Appetit oft spät erkannt.

Zusammenfassung: Wenn dein Hund beim Barfen zu dünn ist, erhöhe schrittweise die Futtermenge und den Fettanteil. Teile die Ration auf drei Mahlzeiten auf und ergänze energiereiche Zutaten wie Ei, Hüttenkäse oder Kokosflocken. Plötzlicher Gewichtsverlust sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Wochenplan für den Zunehm-Hund

Erhöhe die Tagesration schrittweise um 10 % pro Woche, bis die Gewichtszunahme 200 bis 300 g pro Woche beträgt (bei einem 20-kg-Zielgewicht). Schnellere Zunahme belastet den Verdauungstrakt und führt zu Durchfall. Fettere Fleischstücke (Rinderbrust, Lammschulter mit 15 bis 20 % Fettanteil statt magerer Hühnerbrust mit 3 %) liefern mehr Kalorien pro Gramm. Ergänze mit 1 Esslöffel Kokosöl pro Tag (ca. 120 kcal) und 1 rohem Eigelb (3x pro Woche, je 55 kcal plus Biotin für das Fell). Wiege deinen Hund wöchentlich zur gleichen Uhrzeit und notiere das Gewicht, bei über 300 g Zunahme pro Woche reduzierst du die Ration wieder leicht.

Wenn dein Hund trotz erhöhter Ration nicht zunimmt, lass beim Tierarzt eine Kotprobe auf Parasiten (Giardien, Spulwürmer) und eine Blutuntersuchung auf Schilddrüsenwerte (T4, fT4) durchführen. Giardien verhindern die Nährstoffaufnahme im Darm und sind bei BARF-Hunden häufiger als bei Trockenfutter-Hunden, weil rohes Fleisch ein Übertragungsweg sein kann. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt den Stoffwechsel und kann paradoxerweise sowohl Unter- als auch Übergewicht verursachen. Die Blutuntersuchung kostet 50 bis 80 EUR und gibt Klarheit über die Ursache.

Die tägliche Futtermenge bei einem zu dünnen Hund auf 3 bis 4 Mahlzeiten verteilen statt auf 2, kleine, häufige Mahlzeiten werden besser verdaut und die Nährstoffaufnahme ist höher. Ein rohes Ei (3x pro Woche) liefert 6 g hochwertiges Protein und 55 kcal pro Stück. Quark (250 g, vollfett) ist ein guter Kalorienbringer mit 240 kcal und 11 g Protein, mische ihn unter die Fleischmahlzeit.

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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 4. Juni 2026.

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