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BARF und Trächtigkeit: Ernährung für tragende Hündinnen

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BARF und Trächtigkeit: Ernährung für tragende Hündinnen

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Deine Hündin erwartet Welpen, wie aufregend! Jetzt stellen sich viele Fragen, besonders zur Ernährung. Kann man eine tragende Hündin weiterhin BARFen? Auf jeden Fall! Rohfütterung ist sogar eine hervorragende Basis für Trächtigkeit und Laktation. Aber die Ration muss angepasst werden, und zwar phasengerecht.

Die drei Phasen der Trächtigkeit

Die Trächtigkeit beim Hund dauert im Schnitt 63 Tage und lässt sich in drei Phasen einteilen. Jede Phase hat eigene ernährungstechnische Anforderungen:

Phase 1 (Tag 1–21): Frühe Trächtigkeit

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In den ersten drei Wochen merkst du äußerlich kaum etwas. Die befruchteten Eizellen nisten sich ein, die Embryonen sind winzig. Futtermenge: Normal beibehalten. Keine Erhöhung nötig. Überfütterung in dieser Phase kann sogar schädlich sein.

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Phase 2 (Tag 22–42): Mittlere Trächtigkeit

Die Organe der Welpen bilden sich. Der Energiebedarf steigt langsam. Futtermenge: 10–20 % erhöhen. Achte auf hochwertige Proteinquellen und beginne, den Innereienanteil leicht zu erhöhen.

Phase 3 (Tag 43–63): Späte Trächtigkeit

Jetzt wachsen die Welpen rasant. Der Bauchumfang nimmt deutlich zu. Futtermenge: 30–50 % über Normal. Verteile das Futter auf 3–4 kleinere Mahlzeiten, weil der Magen weniger Platz hat.

Gut zu wissen: In der letzten Woche vor der Geburt fressen viele Hündinnen deutlich weniger oder verweigern das Futter komplett. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Biete weiterhin Futter an, aber dränge nicht.

Nährstoffe, die jetzt besonders wichtig sind

Einige Nährstoffe verdienen während der Trächtigkeit besondere Aufmerksamkeit:

  • Protein, Erhöhe den Muskelfleischanteil auf ca. 60 % der Gesamtration. Hochwertiges Eiweiß ist der Baustein für die Welpenentwicklung.
  • Calcium, Entscheidend für die Skelettentwicklung der Welpen. Ab Phase 2 den Knochenanteil auf 12–15 % erhöhen oder Eierschalenmehl zufüttern.
  • Folsäure, Wichtig für die Zellteilung. Enthalten in Leber, grünem Blattgemüse und Eiern.
  • Eisen, Für die Blutbildung. Rindermilz und Leber sind hervorragende Quellen.
  • Omega-3-Fettsäuren, Fördern die Gehirnentwicklung der Welpen. Lachsöl täglich geben.
Achtung Calcium: Gib in den letzten 10 Tagen vor der Geburt kein zusätzliches Calcium (keine Knochen, kein Eierschalenmehl). Der Körper der Hündin muss lernen, Calcium aus den eigenen Reserven zu mobilisieren, das schützt nach der Geburt vor einer gefährlichen Eklampsie.

Beispiel-Futterplan für die späte Trächtigkeit

Für eine mittelgroße Hündin (25 kg) in Phase 3:

  • Morgens: 200 g Muskelfleisch (Rind) + 50 g Gemüsebrei + 1 TL Lachsöl
  • Mittags: 150 g Hühnchen mit Knochen (Hälse oder Karkasse) + 30 g Leber
  • Abends: 200 g Muskelfleisch (Lamm oder Pute) + 50 g Pansen + 1 Ei
  • Spätsnack: 50 g Hüttenkäse oder Ziegenjoghurt
Praxis-Tipp: Führe ein kurzes Futter-Tagebuch während der Trächtigkeit. Notiere was und wie viel deine Hündin frisst, ihr Gewicht und allgemeines Befinden. Das hilft dir und deinem Tierarzt, die Ernährung optimal anzupassen.

Nach der Geburt: Die Laktationsphase

Nach der Geburt steigt der Energiebedarf nochmal dramatisch, besonders bei großen Würfen. Eine säugende Hündin braucht oft das Doppelte bis Dreifache ihrer normalen Futtermenge.

  • Füttere ad libitum (so viel sie mag) in den ersten 3–4 Wochen der Laktation.
  • Verteile auf 4–5 Mahlzeiten am Tag.
  • Calcium jetzt wieder reichlich geben (Knochen, Eierschale, Ziegenjoghurt).
  • Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein, der Flüssigkeitsbedarf ist enorm.

Wann zum Tierarzt?

BARF in der Trächtigkeit funktioniert wunderbar, aber bitte in enger Abstimmung mit deinem Tierarzt. Lass regelmäßig Blutbilder machen und besprich die Ernährung. Besonders bei Erstlingsmüttern und Risikoträchtigkeiten ist tierärztliche Begleitung unverzichtbar.

Mit der richtigen Anpassung deiner BARF-Ration gibst du deiner Hündin und ihren Welpen den bestmöglichen Start. Und das ist ein wunderschönes Gefühl.

Nährstoffbedarf in den Trächtigkeitsphasen

In den ersten 5 Wochen der Trächtigkeit bleibt die Futtermenge gleich wie vor der Trächtigkeit. Die Welpen sind in dieser Phase noch winzig und der Energiebedarf der Hündin steigt kaum. Ab der 6. Woche erhöhst du die Tagesration um 10 % pro Woche, in Woche 9 frisst die Hündin also ca. 40 % mehr als vor der Trächtigkeit. Bei einem 25-kg-Hund steigt die Ration von 500 g auf 700 g pro Tag.

Der Kalziumbedarf verdreifacht sich in den letzten 3 Wochen. Füttere ab der 6. Woche täglich 1 g Knochenmehl pro 10 kg Körpergewicht zusätzlich zur normalen Knochenmenge. Folsäure (0,5 mg pro Tag, z. B. über Leber und grünes Blattgemüse) unterstützt die Welpenentwicklung. DHA-Omega-3 (Lachsöl, 1 Teelöffel pro 10 kg) fördert die Gehirnentwicklung der Welpen, starte damit ab der 4. Trächtigkeitswoche.

Nach der Geburt steigt der Energiebedarf der säugenden Hündin nochmals drastisch, in der Spitzenlaktation (3. bis 4. Woche nach der Geburt) braucht sie das 2,5- bis 3-fache ihres normalen Kalorienbedarfs. Biete der Hündin in dieser Phase Futter ad libitum (unbegrenzt) an, weil sie den Energiebedarf für die Milchproduktion kaum über begrenzte Mahlzeiten decken kann. Ab der 5. Woche (Beginn der Beifütterung) reduzierst du schrittweise auf das 1,5-fache und nach dem Abstillen (8. Woche) zurück auf die normale Ration.

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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 17. Juni 2026.

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