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BARF und Allergien – Ausschlussdiät richtig machen

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BARF und Allergien – Ausschlussdiät richtig machen

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Mein Rüde Max hatte monatelang gerötete Ohren, kratzte sich ständig an der Seite und sein Fell wurde immer stumpfer. Erst dachte ich an Milben, dann an Umweltallergien. Nachdem der Tierarzt alles andere ausgeschlossen hatte, blieb eine Vermutung: Futtermittelallergie. Und die Lösung war eine Ausschlussdiät, die allerdings mehr Disziplin erfordert, als ich gedacht hätte.

Was ist eine Futtermittelallergie?

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem deines Hundes auf ein bestimmtes Protein in der Nahrung. Wohlgemerkt: ein Protein, nicht ein Fett oder ein Kohlenhydrat. Die häufigsten Auslöser bei Hunden sind:

  • Rindfleisch
  • Huhn
  • Milchprodukte
  • Weizen und Getreide
  • Ei
  • Lamm
  • Soja
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Interessanterweise sind es oft die Proteinquellen, die ein Hund am längsten und häufigsten gefressen hat. Der Körper entwickelt über die Zeit eine Überempfindlichkeit gegen ein bestimmtes Eiweiß.

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Allergie vs. Unverträglichkeit: Eine echte Allergie ist eine Immunreaktion. Eine Unverträglichkeit (Intoleranz) betrifft die Verdauung und löst keine Immunantwort aus. Beide können ähnliche Symptome haben, aber die Allergie ist schwerwiegender und erfordert konsequentes Meiden des Auslösers.

Symptome einer Futtermittelallergie

Die Symptome können vielfältig sein und sich schleichend entwickeln. Typisch sind:

Hautsymptome

  • Juckreiz (besonders an Ohren, Pfoten, Achseln, Leistengegend)
  • Gerötete Haut und Hot Spots
  • Wiederkehrende Ohrenentzündungen
  • Übermäßiges Pfotenlecken
  • Stumpfes, brüchiges Fell
  • Schuppen und Haarausfall

Verdauungssymptome

  • Chronischer Durchfall oder weicher Stuhl
  • Erbrechen
  • Blähungen und Bauchgeräusche
  • Häufiger Kotabsatz (mehr als dreimal täglich)
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Sonstige Symptome

  • Tränende Augen
  • Analdrüsenprobleme
  • Unruhiges Verhalten, Nervosität
Wichtig: Viele dieser Symptome können auch andere Ursachen haben, Milben, Flöhe, Umweltallergien, Organerkrankungen. Lass immer zuerst deinen Tierarzt andere Ursachen ausschließen, bevor du eine Ausschlussdiät startest.

Die Ausschlussdiät: So funktioniert sie

Eine Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt) ist der Goldstandard, um eine Futtermittelallergie zu identifizieren. Bluttests auf Futtermittelallergien sind leider unzuverlässig, die Ausschlussdiät ist die einzige sichere Methode.

Schritt 1: Eine neue Proteinquelle wählen

Wähle eine Fleischsorte, die dein Hund noch nie oder nur selten gefressen hat. Je exotischer, desto besser. Geeignete Proteinquellen für die Ausschlussdiät sind:

  • Pferd: Die beliebteste Wahl für die Ausschlussdiät. Pferd ist selten in normalem Hundefutter enthalten.
  • Känguru: Sehr exotisch und selten allergieauslösend.
  • Strauß: Ebenso selten gefüttert.
  • Ziege: Gut geeignet, wenn vorher kein Ziegen- oder Lammfleisch gefüttert wurde.
  • Wild (Hirsch, Reh): Geeignet, wenn vorher nicht im Futterplan.
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Schritt 2: Strenge Einzelfütterung

Während der Ausschlussdiät bekommt dein Hund ausschließlich die gewählte Proteinquelle plus eine Kohlenhydratquelle (z.B. Kartoffel oder Süßkartoffel) oder eine pflanzliche Quelle, die der Hund vorher nicht bekommen hat.

Das bedeutet:

  • Keine anderen Fleischsorten
  • Keine Leckerlis (außer aus der erlaubten Proteinquelle)
  • Keine Kauartikel aus anderen Tieren
  • Keine Zahnpflegesticks, Kaustangen oder Hundekekse
  • Kein Essen vom Tisch
  • Kein Öl (Lachsöl enthält Fischprotein!)
Praxis-Tipp: Trockne Streifen vom erlaubten Fleisch im Backofen bei niedriger Temperatur. So hast du Leckerlis für unterwegs, die garantiert zur Ausschlussdiät passen.

Schritt 3: Mindestens 8 Wochen durchhalten

Und hier wird es hart. Die Ausschlussdiät muss mindestens 8, besser 12 Wochen konsequent durchgehalten werden. Allergische Reaktionen brauchen Zeit, um abzuklingen. Manche Hunde zeigen erst nach 6 Wochen eine Besserung.

Ein einziger Fehler kann die gesamte Diät zunichtemachen. Wenn dein Hund auch nur ein Leckerli aus einer verbotenen Quelle bekommt, musst du von vorn beginnen.

Schritt 4: Symptome beobachten und dokumentieren

Führe ein Tagebuch! Notiere täglich:

  • Juckreiz (Skala 1 bis 10)
  • Hautzustand
  • Kotkonsistenz
  • Ohrenzustand
  • Allgemeinbefinden

So erkennst du Verbesserungen, auch wenn sie schleichend kommen.

Schritt 5: Provokationstest

Wenn die Symptome nach 8 bis 12 Wochen deutlich besser geworden sind, folgt der Provokationstest. Führe einzeln die alten Proteinquellen wieder ein, eine neue Sorte alle 1 bis 2 Wochen. Wenn die Symptome bei einer bestimmten Sorte zurückkehren, hast du den Auslöser gefunden.

BARF-Ausschlussdiät: Besonderheiten

Als BARFer hast du einen großen Vorteil: Du weißt genau, was im Futter ist. Fertigfutter enthält oft dutzende Zutaten, was die Ausschlussdiät erschwert. Beim BARFen fütterst du einzelne, klare Komponenten.

Meine Ausschlussdiät-Ration

Für meinen Max sah die Ration so aus:

  • 80 Prozent Pferdefleisch (Muskelfleisch und Innereien)
  • 20 Prozent Süßkartoffel und Zucchini (püriert)
  • Kein Öl, keine Knochen (stattdessen Knochenmehl vom Pferd für Kalzium)

Was tun, wenn der Auslöser gefunden ist?

Sobald du weißt, welches Protein die Allergie auslöst, ist der Rest einfach: Meide dieses Protein konsequent. Beim BARFen ist das deutlich leichter als mit Fertigfutter, wo das allergieauslösende Protein als versteckte Zutat enthalten sein kann.

Baue den BARF-Plan mit allen verträglichen Proteinquellen neu auf und achte darauf, ausreichend Abwechslung zu bieten. Je mehr verschiedene Sorten dein Hund verträgt, desto ausgewogener wird die Nährstoffversorgung.

Mein Allergie-Fazit

Eine Ausschlussdiät ist anstrengend und erfordert eiserne Disziplin. Aber sie ist der einzige zuverlässige Weg, um eine Futtermittelallergie zu identifizieren. Und das Ergebnis lohnt sich: Ein Hund, der nicht mehr juckt, der keine geröteten Ohren mehr hat und der endlich wieder entspannt durchschlafen kann. Mein Max lebt heute allergiefrei mit einem bunten BARF-Plan aus Pferd, Ziege, Ente und Fisch, nur Rind meiden wir konsequent.

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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 31. August 2026.

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