Barfen während des Zahnwechsels: So unterstützt du deinen Welpen
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Zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat wechseln Welpen ihre Milchzähne gegen die bleibenden Zähne. Das kann ziemlich unangenehm sein – das Zahnfleisch ist geschwollen, empfindlich und manchmal blutet es leicht. Vielleicht bemerkst du, dass dein Welpe plötzlich zögert, sein Lieblingskauspielzeug anzunehmen, oder zögerlich an den Futternapf herantritt. Das ist völlig normal und geht vorbei. Als BARF-Fütterer hast du den großen Vorteil, dass du die Futterkonsistenz ganz genau an diese Phase anpassen kannst – und damit deinem Welpen wirklich etwas Gutes tust.
Anzeichen des Zahnwechsels
Nicht jeder Welpe zeigt die gleichen Symptome. Häufige Anzeichen sind:
- Vermehrtes Kauen auf Spielzeug, Möbeln oder Händen
- Geringe Fresslust oder zögerliches Fressen
- Leichtes Zahnfleischbluten
- Speicheln mehr als sonst
- Milchzähne liegen auf dem Boden (oder werden verschluckt – beides normal)
Manche Welpen fressen völlig unbeeindruckt weiter, andere verweigern zeitweise das Futter. Beides ist normal.
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Der Zahnwechsel im Zeitplan
Der Zahnwechsel verläuft nicht auf einen Schlag, sondern nach einem ziemlich genauen Muster:
- Ab dem 4. Monat: Zuerst wechseln die Schneidezähne – du findest oft kleine weiße Zähnchen auf dem Boden oder im Spielzeug.
- Ab dem 5. Monat: Die Fangzähne (Eckzähne) kommen – diese Phase ist oft die unangenehmsste, weil die Eckzähne größer und tiefer verwurzelt sind.
- Ab dem 6. Monat: Die Backenzähne wechseln, bei manchen Rassen bis in den 7. Monat hinein.
Die gesamte Phase dauert also gut drei Monate. Du musst nicht die ganze Zeit auf weichem Futter bestehen – pass die Konsistenz daran an, wie sich dein Welpe gerade verhält. An guten Tagen darf es ruhig etwas fester sein.
BARF-Plan während des Zahnwechsels anpassen
Knochen: Welche ja, welche nein
Das ist die wichtigste Anpassung. Während des Zahnwechsels ist das Gebiss deines Welpen im Umbau – die neuen Zähne sind noch nicht vollständig durchgebrochen und fest verwurzelt.
Stattdessen eignen sich:
- Weiche Hühnerkarkassen: Dünn und knorpelig, leicht zu kauen
- Hühnerflügel: Klein, weich, perfekt für Welpen
- Gemahlene Knochen: Die sicherste Option – du mischst Knochenmehl oder gewolfte Knochen unters Futter
- Knorpel: Nasenknorpel, Luftröhre oder Ohrmuscheln sind weich und gut zu kauen
Futterkonsistenz anpassen
Wenn dein Welpe zögerlich frisst, hilft es, die Futterkonsistenz weicher zu machen:
- Fleisch feiner schneiden oder gewolft anbieten
- Gemüse besonders fein pürieren
- Etwas warmes Wasser übers Futter geben (lauwarm, nicht heiß)
- Stückiges Futter und ganze Fleischbrocken für 2–3 Wochen reduzieren
Mahlzeiten aufteilen
Welpen im Zahnwechsel schaffen oft keine großen Portionen. Teile die Tagesration auf 3–4 kleinere Mahlzeiten auf. Das entlastet das empfindliche Zahnfleisch und stellt sicher, dass dein Welpe trotzdem genug Kalorien bekommt.
Nährstoffe im Blick behalten
Gerade weil du in dieser Phase Kompromisse bei der Knochenfütterung machst, lohnt es sich, die gesamte Ration noch einmal bewusst anzuschauen:
- Calcium und Phosphor: Durch weniger Knochen verschiebt sich das Verhältnis. Ergänze mit Knochenmehl oder Algenkalk, um ein Verhältnis von etwa 1,2–1,5:1 (Ca:P) zu halten.
- Omega-3-Fettsäuren: Lachs- oder Hanföl (1–2 ml pro 10 kg Körpergewicht) wirkt entzündungshemmend und kann dem gereizten Zahnfleisch guttun.
- Zink: Unterstützt die Wundheilung – enthalten in Rindfleisch, Ente und Leber.
- Vitamin C: Sanft unterstützend für das Bindegewebe; enthalten in Paprika, Petersilie und Hagebutte – fein püriert unters Gemüse gemischt.
Du musst daraus kein wissenschaftliches Experiment machen. Wenn du deinen Welpen ausgewogen barfst, bist du schon gut aufgestellt. Die genannten Punkte sind kleine Stellschrauben speziell für diese besondere Phase.
Kühlung für das Zahnfleisch
So wie Babys auf Kühlringen kauen, hilft auch Welpen Kälte gegen den Zahnwechselschmerz:
- Gefrorene Möhren: Der Klassiker. Ganze Karotten aus dem Tiefkühler sind perfekt zum Kauen und kühlen gleichzeitig.
- Gefrorene Fleischstücke: Ein gefrorener Hühnerflügel oder ein Stück Rindfleisch beschäftigt und kühlt.
- Kong mit gefrorener Füllung: Fülle einen Kong mit püriertem Gemüse oder Joghurt und friere ihn ein.
- Eiswürfel aus Knochenbrühe: Ein kühler Snack, der gleichzeitig Nährstoffe liefert.
Selbstgemachte Kühl-Snacks – so einfach geht's
Das Schöne beim BARFen ist, dass du mit einfachen Zutaten wirklich wirksame Kühl-Snacks selbst machen kannst. Hier drei unkomplizierte Ideen:
- Brühe-Eis: Koche Hühnerrahmen oder Rinderknochen aus, seihe die Brühe ab und friere sie in Eiswürfelbehältern ein. Fertig sind nährstoffreiche Kühlwürfel – günstig, schnell und von den meisten Welpen geliebt.
- Gemüse-Joghurt-Eis: Mische pürierte Möhre oder Zucchini mit einem Löffel Naturjoghurt (ohne Zucker), fülle es in Silikonförmchen und ab in den Froster. Kleine Portionen, großer Effekt.
- Wassermelonen-Würfel (saisonal): Im Sommer sind kleine gefrorene Wassermelonenstücke ein Hit – kühlend, wässrig und sanft fürs Zahnfleisch.
Wann zum Tierarzt?
Der Zahnwechsel ist ein natürlicher Vorgang, der meistens ohne Probleme abläuft. Geh zum Tierarzt, wenn:
- Milchzähne nicht ausfallen und die bleibenden Zähne daneben durchbrechen (persistierende Milchzähne)
- Starkes Zahnfleischbluten oder eitriger Geruch aus dem Maul
- Dein Welpe länger als 2–3 Tage das Fressen komplett verweigert
- Schiefstellung der Zähne erkennbar wird
Persistierende Milchzähne erkennen
Ein persistierender Milchzahn ist einer, der nicht von selbst ausfällt, obwohl der bleibende Zahn daneben schon durchbricht. Statt dass der Milchzahn weicht, stehen plötzlich zwei Zähne nebeneinander. Das klingt harmlos, ist es aber nicht:
- Der Kiefer kann fehlgestellt werden, wenn Zähne auf engem Raum konkurrieren
- Futter und Bakterien sammeln sich im engen Spalt zwischen beiden Zähnen
- Spätere Zahnprobleme werden wahrscheinlicher
Wenn du so etwas bemerkst, sprich es beim nächsten Tierarztbesuch an. Oft wird der Milchzahn dann in kurzer Narkose gezogen – ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung für die spätere Zahngesundheit deines Hundes.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 18. Juni 2026.
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