Innereien richtig füttern – Leber, Niere, Herz
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Innereien sind beim BARFen das, was Vitaminpillen für uns Menschen sind, nur besser, natürlicher und für deinen Hund auch noch unglaublich lecker. Trotzdem werden sie von vielen BARF-Anfängern unterschätzt oder sogar weggelassen. Das ist ein Fehler, den du nicht machen solltest.
Ich gebe zu: Auch ich musste mich am Anfang überwinden, rohe Leber und Niere zu verarbeiten. Es sieht nicht appetitlich aus, es riecht nicht toll, und es fühlt sich glitschig an. Aber wenn du siehst, wie dein Hund die Innereien verschlingt und wie sich sein Fell nach wenigen Wochen verändert, dann packst du das Zeug gern an.
Warum sind Innereien so wichtig?
In der Natur fressen Raubtiere ihre Beute komplett, und die Innereien zuerst. Das hat einen guten Grund: Organe wie Leber, Niere und Milz sind wahre Nährstoff-Bomben, die Vitamine und Mineralstoffe in einer Konzentration liefern, die kein Muskelfleisch auch nur annähernd erreicht.
Tackenberg BARF Starterpaket Hund 7kg
Komplettes BARF-Einsteiger-Set mit 7 Sorten Frischfleisch, portioniert und tiefgefroren.
* Affiliate-Link, wir erhalten eine kleine Provision
Ohne Innereien fehlen deinem Hund:
- Vitamin A (wichtig für Augen, Haut und Immunsystem)
- B-Vitamine (besonders B12, Folsäure, Biotin)
- Eisen in bioverfügbarer Form
- Kupfer, Zink und Selen
- Taurin (wichtig für Herzgesundheit)
- Coenzym Q10 (Zellenergie)
Die wichtigsten Innereien im Detail
Leber: die Königin der Innereien
Leber ist die wichtigste Innerei überhaupt. Sie ist ein natürliches Multivitaminpräparat und liefert in kleinen Mengen enorme Nährstoffmengen.
- Vitamin A in hoher Konzentration
- B-Vitamine (B2, B5, B9/Folsäure, B12)
- Eisen, Kupfer, Zink
- Hochwertiges Protein
Menge: Leber sollte etwa 5 Prozent der Gesamtration ausmachen, also die Hälfte des Innereien-Anteils.
Niere: der unterschätzte Allrounder
Niere wird von vielen BARFern vergessen, dabei ist sie eine hervorragende Ergänzung zur Leber.
Nährstoffe:
- B-Vitamine (besonders B12)
- Selen in hoher Konzentration
- Eisen
- Hochwertiges Protein
Menge: Etwa 2 bis 3 Prozent der Gesamtration.
Besonderheit: Niere riecht intensiver als Leber und hat eine eigenwillige Konsistenz. Die meisten Hunde fressen sie trotzdem begeistert. Wenn dein Hund sie verweigert, versuche es leicht angefroren oder fein geschnitten unters Muskelfleisch gemischt.
Herz: der muskulöse Alleskönner
Streng genommen ist das Herz kein Organ, sondern ein Muskel. In der BARF-Welt wird es aber oft zu den Innereien gezählt. Und das hat gute Gründe.
Nährstoffe:
- Taurin: Eine Aminosäure, die für die Herzgesundheit essenziell ist. Herz ist die beste natürliche Taurinquelle.
- Coenzym Q10: Wichtig für die Zellenergie und die Herzfunktion.
- B-Vitamine, Eisen, Phosphor
- Hochwertiges, fettarmes Protein
Menge: Herz kann großzügiger gefüttert werden als andere Innereien, bis zu 15 Prozent der Ration als Teil des Muskelfleisch-Anteils oder als Innerei.
Milz: die Eisen-Bombe
Milz wird selten erwähnt, ist aber eine hervorragende Ergänzung.
Nährstoffe:
- Eisen in extrem hoher Konzentration
- Vitamin C
- Protein
Menge: Etwa 2 Prozent der Gesamtration. Milz kann abführend wirken, starte mit kleinen Mengen.
Weitere Innereien
- Lunge: Kalorienarm, proteinreich, knorpelig. Gut als Ergänzung, aber nährstoffärmer als Leber oder Niere.
- Thymus (Bries): Selten erhältlich, aber nährstoffreich. Besonders für Welpen und junge Hunde interessant.
- Hirn: Reich an Omega-3-Fettsäuren und DHA. Nicht leicht zu bekommen, aber ein echtes Superfood.
Innereien von welchen Tieren?
Grundsätzlich kannst du Innereien von allen Tieren füttern, die du auch als Muskelfleisch verwendest. Die beliebtesten sind:
- Rind: Am leichtesten zu bekommen, große Organe, gut portionierbar.
- Huhn/Pute: Kleinere Organe, gut für kleinere Hunde.
- Lamm: Gute Alternative für allergieempfindliche Hunde.
- Wild: Sehr nährstoffreich, da Wildtiere sich natürlich ernähren.
Wie beim Muskelfleisch gilt auch bei Innereien: Abwechslung ist Trumpf. Wechsle zwischen verschiedenen Tierarten und Organen, um ein breites Nährstoffspektrum abzudecken.
Häufige Fehler bei der Innereien-Fütterung
1. Gar keine Innereien geben
Der größte Fehler. Ohne Innereien fehlen lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe, die sich durch kein Supplement vollständig ersetzen lassen.
2. Nur Leber füttern
Leber ist wichtig, aber nicht die einzige Innerei. Niere, Milz und Herz liefern andere Nährstoffe, die die Leber nicht abdeckt.
3. Zu viel auf einmal
Innereien sind potent. Wenn du deinem Hund zum ersten Mal eine große Portion Leber gibst, wird er wahrscheinlich Durchfall bekommen. Starte mit kleinen Mengen und steigere langsam.
4. Innereien als Hauptfutter
Innereien sind eine Ergänzung, kein Hauptfutter. Der Großteil der Ration sollte immer Muskelfleisch und Knochen sein.
Mein Innereien-Fazit
Innereien sind das natürliche Nahrungsergänzungsmittel, das die Natur für unsere Hunde vorgesehen hat. Leber, Niere, Herz und Milz liefern konzentrierte Nährstoffe, die kein Muskelfleisch ersetzen kann. Füttere sie regelmäßig in den richtigen Mengen, wechsle zwischen verschiedenen Sorten und Tierarten ab, und dein Hund bekommt alles, was er braucht. Und mach dir keine Sorgen, wenn es am Anfang etwas Überwindung kostet, das wird zur Routine, versprochen.
BARF-Tipps für glückliche Hunde
Neue Rezepte, Futterpläne und Tipps rund ums Barfen – direkt in dein Postfach.
🎁 Gratis dazu: BARF-Starter-Checkliste (PDF)
Kommentare (0)
Mehr entdecken
Alle Artikel auf BARFguide →
Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 5. August 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@barfguide.de