Die 80-10-10 Regel beim BARFen einfach erklärt
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Wenn du dich mit BARF beschäftigst, stolperst du schnell über die 80-10-10 Regel. Sie klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach, und sie ist dein wichtigstes Werkzeug für einen ausgewogenen BARF-Napf.
Lass mich dir erklären, was hinter den Zahlen steckt, wie du damit rechnest und welche Varianten es gibt.
Was bedeutet 80-10-10?
Die Zahlen beschreiben die Zusammensetzung der gesamten BARF-Ration:

| Anteil | Was | Warum |
|---|---|---|
| 80 % | Muskelfleisch (inkl. Herz) | Hauptproteinquelle, Energie |
| 10 % | Rohe fleischige Knochen (RFK) | Kalzium, Phosphor, Zahnpflege |
| 10 % | Innereien (davon 5 % Leber) | Vitamine, Mineralien |
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Das erweiterte BARF-Modell
In der Praxis arbeiten die meisten BARFer mit diesem erweiterten Modell:
| Anteil (gesamt) | Bestandteil | Beispiel (750 g Ration) |
|---|---|---|
| 40-50 % | Muskelfleisch | 300-375 g |
| 15-20 % | Pansen / Blättermagen | 112-150 g |
| 10-15 % | Rohe fleischige Knochen | 75-112 g |
| 5 % | Leber | 37 g |
| 5 % | Andere Innereien | 37 g |
| 15 % | Gemüse (püriert) | 112 g |
| 5 % | Obst | 37 g |
Rechenbeispiel: 30-kg-Hund
Lass uns das mal konkret durchrechnen:
- Tagesration: 30 kg x 2,5 % = 750 g
- Tierischer Anteil (80 %): 750 g x 0,80 = 600 g
- Pflanzlicher Anteil (20 %): 750 g x 0,20 = 150 g
Den tierischen Anteil teilst du nach 80-10-10 auf:

- Muskelfleisch + Pansen: 600 g x 0,80 = 480 g
- Rohe fleischige Knochen: 600 g x 0,10 = 60 g
- Innereien: 600 g x 0,10 = 60 g (davon 30 g Leber)
Wochenbilanz statt Tagesbilanz: So planst du flexibel
Das ist ein Punkt, den ich besonders betonen möchte, weil er vielen Anfängern Stress erspart:
Du musst nicht jeden Tag perfekt zusammenstellen. Kein Wolf in der Natur frisst jeden Tag genau 80-10-10. An einem Tag gibt es mehr Knochen, am nächsten mehr Muskelfleisch, und manchmal nur Innereien.
Dein Hund muss nicht jeden Tag perfekt versorgt sein, er muss über die Woche oder sogar zwei Wochen im Schnitt gut versorgt sein. Das nimmt enormen Druck raus!
Häufige Fehler bei der 80-10-10 Regel
Fehler 1: Zu viele Knochen
Mehr als 10-15 % Knochen führen zu hartem, weißem "Knochenkot" und im schlimmsten Fall zu Verstopfung. Wenn du merkst, dass der Kot deines Hundes weiß und krümelig ist, reduziere die Knochen sofort.
Fehler 2: Zu viel Leber
Leber ist eine Vitaminbombe, aber zu viel kann zu einer Vitamin-A-Überdosierung führen. Halte dich an maximal 5 % der Gesamtration.
Fehler 3: Pansen vergessen
Pansen und Blättermagen werden oft vergessen, weil sie so streng riechen. Aber sie liefern wichtige vorverdaute Pflanzennährstoffe und Enzyme. 15-20 % der Ration sollten Pansen/Blättermagen sein.
Fehler 4: Pflanzlichen Anteil weglassen
Manche BARFer füttern "Prey Model" (nur tierische Bestandteile). Das kann funktionieren, erfordert aber deutlich mehr Wissen und Supplementierung. Für Anfänger empfehle ich klar die Variante mit 20 % pflanzlichem Anteil.
Schnell-Check: Stimmt meine Ration?
Nutze diese einfache Checkliste, um deine Zusammensetzung zu prüfen:
- Mindestens 3 verschiedene Proteinquellen pro Woche?
- Knochen 2-3x pro Woche, nicht täglich?
- Leber regelmäßig, aber kleine Portionen (max. 5 %)?
- Mindestens eine weitere Innerei (Niere, Milz, Herz)?
- Pansen oder Blättermagen 3-4x pro Woche?
- Gemüse püriert, mit einem Schuss Öl?
- Supplemente (Lachsöl, Seealgenmehl)?
Wenn du alle Punkte abhaken kannst, bist du auf einem sehr guten Weg! Hol dir einen fertigen Wochenplan, wenn du eine konkrete Vorlage brauchst.
Fleischquellen im Vergleich: Kosten, Eignung und Naehrstoffprofil
Rindermuskelfleisch kostet im BARF-Versandhandel zwischen 3,50 und 5,80 EUR pro Kilogramm, Gefluegelhherzen hingegen oft nur 2,20 bis 3,50 EUR pro Kilogramm — und beide zaehlen vollwertig als Muskelfleisch in deiner 80-%-Quote. Das ist keine Kleinigkeit: Bei einem 30-kg-Hund mit 600 g tierischem Anteil täglich macht der Preisunterschied zwischen 1,05 und 2,09 EUR pro Tag aus, was sich auf gut 30 EUR im Monat addiert — allein durch die Wahl der Fleischsorte. Entscheidend ist nicht nur der Preis, sondern auch das Aminosaeuren- und Fettmuster: Rind ist fettarm und eisenreich, Gefluegel liefert mehr Omega-6-Fettsaeuren und reichlich Taurin, Wild punktet mit einem günstigen Omega-3/Omega-6-Verhältnis von etwa 1:3 statt 1:20 wie bei vielen Mastfleischsorten. Wer ausschließlich eine Quelle verfuettert, riskiert mittel- bis langfristig Mangelerscheinungen — die 80-10-10-Regel funktioniert am besten mit einer Rotation von mindestens drei verschiedenen Tierarten pro Woche.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 12. März 2026.
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