🐾🐾
Wissen/Die 80-10-10 Regel beim BARFen einfach erklärt

Die 80-10-10 Regel beim BARFen einfach erklärt

BARFguide··1 Aufrufe
Die 80-10-10 Regel beim BARFen einfach erklärt
barf-basicszusammensetzung80-10-10anleitung

Wenn du dich mit BARF beschäftigst, stolperst du schnell über die 80-10-10 Regel. Sie klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach — und sie ist dein wichtigstes Werkzeug für einen ausgewogenen BARF-Napf.

Lass mich dir erklären, was hinter den Zahlen steckt, wie du damit rechnest und welche Varianten es gibt.

Was bedeutet 80-10-10?

Die Zahlen beschreiben die Zusammensetzung der gesamten BARF-Ration:

Anteil Was Warum
80 %Muskelfleisch (inkl. Herz)Hauptproteinquelle, Energie
10 %Rohe fleischige Knochen (RFK)Kalzium, Phosphor, Zahnpflege
10 %Innereien (davon 5 % Leber)Vitamine, Mineralien
Wichtig: Die 80-10-10 Regel beschreibt nur den tierischen Anteil der Ration. In der Praxis kommt noch ein pflanzlicher Anteil dazu. Das gesamte Bild ist also eher 80 % tierisch (davon 80-10-10) und 20 % pflanzlich.
⚖️

Digitale Küchenwaage (bis 15kg, 1g genau)

Tara-Funktion, Edelstahl, wasserfest — unverzichtbar für die 80-10-10 Portionierung

* Affiliate-Link

Bei Amazon ansehen →

Das erweiterte BARF-Modell

In der Praxis arbeiten die meisten BARFer mit diesem erweiterten Modell:

Anteil (gesamt) Bestandteil Beispiel (750 g Ration)
40-50 %Muskelfleisch300-375 g
15-20 %Pansen / Blättermagen112-150 g
10-15 %Rohe fleischige Knochen75-112 g
5 %Leber37 g
5 %Andere Innereien37 g
15 %Gemüse (püriert)112 g
5 %Obst37 g

Rechenbeispiel: 30-kg-Hund

Lass uns das mal konkret durchrechnen:

  1. Tagesration: 30 kg x 2,5 % = 750 g
  2. Tierischer Anteil (80 %): 750 g x 0,80 = 600 g
  3. Pflanzlicher Anteil (20 %): 750 g x 0,20 = 150 g

Den tierischen Anteil teilst du nach 80-10-10 auf:

  • Muskelfleisch + Pansen: 600 g x 0,80 = 480 g
  • Rohe fleischige Knochen: 600 g x 0,10 = 60 g
  • Innereien: 600 g x 0,10 = 60 g (davon 30 g Leber)
Merke: Diese Zahlen sind Wochendurchschnitte, nicht Tagespflicht! Nicht jede einzelne Mahlzeit muss genau 80-10-10 sein. An einem Tag gibst du Knochen, am anderen Innereien, und über die Woche gleicht sich alles aus.

Warum die Wochenbilanz zählt (nicht die Tagesbilanz)

Das ist ein Punkt, den ich besonders betonen möchte, weil er vielen Anfängern Stress erspart:

Du musst nicht jeden Tag perfekt zusammenstellen. Kein Wolf in der Natur frisst jeden Tag genau 80-10-10. An einem Tag gibt es mehr Knochen, am nächsten mehr Muskelfleisch, und manchmal nur Innereien.

Dein Hund muss nicht jeden Tag perfekt versorgt sein — er muss über die Woche oder sogar zwei Wochen im Schnitt gut versorgt sein. Das nimmt enormen Druck raus!

Häufige Fehler bei der 80-10-10 Regel

Fehler 1: Zu viele Knochen

Mehr als 10-15 % Knochen führen zu hartem, weißem "Knochenkot" und im schlimmsten Fall zu Verstopfung. Wenn du merkst, dass der Kot deines Hundes weiß und krümelig ist, reduziere die Knochen sofort.

Fehler 2: Zu viel Leber

Leber ist eine Vitaminbombe — aber zu viel kann zu einer Vitamin-A-Überdosierung führen. Halte dich an maximal 5 % der Gesamtration.

Achtung: Vitamin A wird in der Leber gespeichert und nicht ausgeschieden. Eine dauerhafte Überdosierung kann zu Knochenproblemen führen. 5 % Leber ist die sichere Menge.

Fehler 3: Pansen vergessen

Pansen und Blättermagen werden oft vergessen, weil sie so streng riechen. Aber sie liefern wichtige vorverdaute Pflanzennährstoffe und Enzyme. 15-20 % der Ration sollten Pansen/Blättermagen sein.

Fehler 4: Pflanzlichen Anteil weglassen

Manche BARFer füttern "Prey Model" (nur tierische Bestandteile). Das kann funktionieren, erfordert aber deutlich mehr Wissen und Supplementierung. Für Anfänger empfehle ich klar die Variante mit 20 % pflanzlichem Anteil.

Schnell-Check: Stimmt meine Ration?

Nutze diese einfache Checkliste, um deine Zusammensetzung zu prüfen:

  • Mindestens 3 verschiedene Proteinquellen pro Woche?
  • Knochen 2-3x pro Woche, nicht täglich?
  • Leber regelmäßig, aber kleine Portionen (max. 5 %)?
  • Mindestens eine weitere Innerei (Niere, Milz, Herz)?
  • Pansen oder Blättermagen 3-4x pro Woche?
  • Gemüse püriert, mit einem Schuss Öl?
  • Supplemente (Lachsöl, Seealgenmehl)?

Wenn du alle Punkte abhaken kannst, bist du auf einem sehr guten Weg! Hol dir einen fertigen Wochenplan, wenn du eine konkrete Vorlage brauchst.

Mit Hundefreunden teilen:
🐾

BARF-Tipps für glückliche Hunde

Neue Rezepte, Futterpläne und Tipps rund ums Barfen – direkt in dein Postfach.

🎁 Gratis dazu: BARF-Starter-Checkliste (PDF)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

📖

Mehr entdecken

Alle Artikel auf BARFguide