Blutbild beim BARF-Hund – welche Werte kontrollieren?
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Hand aufs Herz: Woher weißt du eigentlich, ob dein BARF-Plan wirklich alle Nährstoffe abdeckt? Dein Hund kann dir leider nicht sagen, ob ihm Zink fehlt oder sein Schilddrüsenwert nicht stimmt. Glänzendes Fell und ein fröhliches Wesen sind gute Zeichen, aber keine Garantie dafür, dass unter der Oberfläche alles optimal läuft.
Deshalb empfehle ich jedem BARFer, regelmäßig ein Blutbild machen zu lassen. Es gibt dir die Sicherheit, die du brauchst, und zeigt dir schwarz auf weiß, ob dein Futterplan aufgeht.
Warum ein Blutbild beim BARF-Hund sinnvoll ist
Beim BARFen stellst du die Ration deines Hundes selbst zusammen. Das ist großartig, weil du volle Kontrolle hast. Aber es bedeutet auch: Die Verantwortung für die richtige Nährstoffversorgung liegt bei dir. Und manche Mängel oder Überschüsse zeigen sich erst nach Monaten, wenn sie bereits Schäden angerichtet haben.

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Ein Blutbild ist wie ein TÜV für den BARF-Plan. Es zeigt dir:
- Ob alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine im Normalbereich liegen.
- Ob die Organfunktionen (Leber, Niere, Schilddrüse) in Ordnung sind.
- Ob der Hund chronische Entzündungen hat.
- Ob der Fett- und Proteinstoffwechsel funktioniert.
Das große Blutbild: Diese Werte sind wichtig
Rotes Blutbild (Erythrozyten)
Das rote Blutbild zeigt, ob dein Hund genug rote Blutkörperchen hat und damit ausreichend Sauerstoff transportiert wird.
- Hämatokrit (Hkt): Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblut. Zu niedrig = Anämie (möglicherweise Eisen- oder B12-Mangel).
- Hämoglobin (Hb): Der Sauerstoffträger im Blut. Eng verknüpft mit der Eisenversorgung.
- MCV, MCH, MCHC: Zeigen die Größe und den Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen. Helfen bei der Unterscheidung verschiedener Anämieformen.

Weißes Blutbild (Leukozyten)
Das weiße Blutbild gibt Auskunft über das Immunsystem und mögliche Entzündungen.
- Leukozyten gesamt: Erhöht bei Infektionen oder Entzündungen.
- Differentialblutbild: Zeigt die Verteilung der verschiedenen weißen Blutkörperchen. Wichtig für die genaue Diagnostik.
Organwerte
Diese Werte zeigen dir, ob die wichtigsten Organe deines Hundes gesund arbeiten:
- ALT und AST (Leberwerte): Erhöhte Werte deuten auf eine Leberbelastung hin. Wichtig, da die Leber durch die proteinreiche BARF-Ernährung stärker arbeitet.
- Harnstoff und Kreatinin (Nierenwerte): Zeigen die Nierenfunktion. Können bei proteinreicher Fütterung leicht erhöht sein, das ist bei BARF-Hunden oft normal.
- AP (Alkalische Phosphatase): Kann bei Leberproblemen oder Knochenstoffwechsel-Störungen erhöht sein.
Mineralstoff- und Spurenelement-Check
Hier wird es für BARFer besonders spannend. Diese Werte zeigen direkt, ob dein Futterplan die Mineralstoffe abdeckt:
Zink
Einer der häufigsten Mängel beim BARFen. Zink ist wichtig für Haut, Fell, Immunsystem und Wundheilung. Zinkmangel zeigt sich durch stumpfes Fell, Schuppen, verkrustete Hautpartien an Nase und Pfoten.
Eisen
Wird über rotes Fleisch und Innereien aufgenommen. Eisenmangel führt zu Anämie, Müdigkeit und Leistungsschwäche.
Kupfer
Wird über Leber aufgenommen. Wichtig für den Eisenstoffwechsel und die Pigmentierung. Zu viel Leber kann allerdings zu Kupferüberschuss führen, besonders bei Rassen wie Bedlington Terriern.
Kalzium und Phosphor
Das Verhältnis sollte zwischen 1,2:1 und 2:1 liegen. Bei regelmäßiger RFK-Fütterung ist das meistens gegeben, aber eine Kontrolle schadet nicht.
Schilddrüsenwerte (T4, fT4, TSH)
Die Schilddrüse reguliert den Stoffwechsel. Beim BARFen relevant, weil viel Hals- und Kopffleisch füttern unbeabsichtigt Schilddrüsengewebe enthalten kann, was die Werte beeinflusst.
Wie oft solltest du ein Blutbild machen lassen?
- Vor der BARF-Umstellung: Basiswerte erfassen.
- 3 bis 4 Monate nach Umstellung: Ersten BARF-Check machen.
- Danach jährlich: Ein großes Blutbild pro Jahr reicht bei gesunden, erwachsenen Hunden.
- Häufiger bei: Welpen (alle 3 bis 4 Monate), Senioren (halbjährlich), Hunden mit Vorerkrankungen.
Was kostet ein Blutbild?
Die Kosten variieren je nach Umfang und Tierarztpraxis:
- Kleines Blutbild: 30 bis 50 Euro
- Großes Blutbild mit Organwerten: 80 bis 120 Euro
- Großes Blutbild plus Mineralstoffe und Schilddrüse: 150 bis 250 Euro
Ja, das ist nicht günstig. Aber bedenke: Ein einziger verpasster Mangel kann zu teuren Tierarztbehandlungen führen. Die jährliche Blutuntersuchung ist eine Investition in die Gesundheit deines Hundes.
Mein Blutbild-Fazit
Ein regelmäßiges Blutbild ist die beste Absicherung, die du als BARFer haben kannst. Es nimmt dir die Unsicherheit, ob alles passt, und zeigt dir frühzeitig, wenn Anpassungen nötig sind. Finde einen BARF-freundlichen Tierarzt, der die Werte im Kontext der Rohfütterung beurteilen kann, und mach dir eine jährliche Erinnerung für den Blutcheck. Dein Hund kann es dir nicht sagen, aber sein Blut verrät alles.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 20. Juli 2026.
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