Die erste Knochenfütterung beim Welpen – so machst du es richtig
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Der Moment, in dem dein Welpe zum ersten Mal einen rohen Knochen bekommt, ist aufregend, und ein bisschen nervenaufreibend. Viele Halter legen den ersten Hühnerhals mit zittrigen Händen hin und sitzen daneben wie eine besorgte Helikopter-Mama. Wird er sich verschlucken? Splittert der Knochen? Ist er überhaupt alt genug dafür? Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Regeln geht die erste Knochenfütterung fast immer problemlos.
Ab wann dürfen Welpen Knochen bekommen?
Wenn dein Welpe bereits gebarft wird, was idealerweise ab dem Einzug bei dir der Fall ist, kann er ab der 8. bis 10. Lebenswoche seine ersten weichen Knochen bekommen. Viele Züchter, die auf BARF setzen, geben sogar schon ab der 5. bis 6. Woche weiche Hühnerhälse oder Hühnerflügel. Die Milchzähne des Welpen sind zwar klein, aber erstaunlich scharf, und die Kiefermuskeln sind von Anfang an kräftig genug für weiche Knochen.
Wichtig ist, dass dein Welpe bereits an rohes Fleisch gewöhnt ist, bevor du mit Knochen startest. Wenn du gerade erst auf BARF umstellst, lass dem Magen-Darm-Trakt zwei bis drei Wochen Zeit, sich an die Rohfütterung anzupassen, bevor du Knochen einführst.
Welche Knochen sind für Welpen geeignet?
Für den Anfang gilt: Weich, fleischig und der Größe des Welpen angemessen.
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Perfekt für den Start
- Hühnerhälse: Der absolute Anfängerknochen. Weich, flexibel, leicht zu kauen. Für sehr kleine Welpen (z.B. Chihuahua, Yorkie) kannst du sie in Stücke schneiden.
- Hühnerflügelspitzen: Noch weicher als Hühnerhälse, perfekt für ganz kleine Welpen.
- Hühnerrücken: Viel Knorpel, weiche Knochen. Für mittelgroße Welpen ab der 10. Woche.
- Entenhälse: Etwas größer und fester als Hühnerhälse. Für mittelgroße bis große Welpen.
Für fortgeschrittene Welpenkauer (ab 4 bis 5 Monaten)
- Hühnerflügel: Komplett mit dem etwas härteren Mittelstück.
- Putenhälse: Größer und etwas fester. Gut für größere Rassen.
- Kaninchenrücken: Weiche Knochen, gut geeignet für mittlere Rassen.
- Lammrippen: Weicher als Rinderrippen und für größere Welpen gut kaubar.
Noch nicht für Welpen geeignet
- Große Markknochen: Zu hart für Milchzähne und junge bleibende Zähne.
- Gewichstragende Knochen: Oberschenkelknochen, Schienbeine von Rind oder Schwein, viel zu hart.
- Rinderkniescheiben: Zu hart und zu groß.
Die erste Knochenfütterung: Schritt für Schritt
Schritt 1: Den richtigen Moment wählen
Gib den ersten Knochen, wenn dein Welpe entspannt ist und du Zeit hast, daneben zu sitzen und zuzuschauen. Nicht morgens in der Hektik, nicht wenn Besuch da ist, nicht wenn der Welpe aufgedreht ist. Ein ruhiger Nachmittag, vielleicht nach einem Spaziergang, ist ideal.
Schritt 2: Dabei bleiben
Bei der ersten Knochenfütterung bleibst du die ganze Zeit in der Nähe und beobachtest. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme für immer, aber beim ersten Mal willst du sehen, wie dein Welpe mit dem Knochen umgeht. Kaut er ordentlich oder versucht er, ihn im Ganzen zu schlucken? Ist der Knochen zu groß oder zu klein? Kommt er zurecht?
Schritt 3: Die richtige Größe wählen
Der Knochen sollte so groß sein, dass dein Welpe ihn nicht im Ganzen schlucken kann, aber klein genug, dass er ihn gut halten und kauen kann. Für kleine Welpen reicht ein einzelner Hühnerhals. Für größere Welpen kann es ein Hühnerrücken oder ein Entenflügel sein.
Schritt 4: Festhalten lassen
Ein bewährter Trick aus der Züchterpraxis: Halte den Knochen beim ersten Mal fest und lass deinen Welpen daran kauen, während du das andere Ende hältst. So kannst du kontrollieren, dass er nicht zu große Stücke abbeißt und versucht, sie unzerkaut zu schlucken. Nach ein paar Minuten kannst du loslassen, wenn du siehst, dass er ordentlich kaut.
Häufige Sorgen: und warum sie (meistens) unbegründet sind
"Mein Welpe verschluckt zu große Stücke!"
Das kommt vor, besonders bei gierigen Fressern. Die Lösung: Größere Knochen geben, die nicht im Ganzen geschluckt werden können. Ein ganzer Hühnerrücken zwingt den Welpen zum Kauen. Alternativ den Knochen festhalten (siehe oben). Die meisten Welpen lernen schnell, dass Kauen effektiver ist als Schlingen.
"Der Knochen splittert!"
Rohe Knochen splittern normalerweise nicht in scharfe Stücke, das ist ein Problem von gekochten Knochen. Rohe Knochen brechen in stumpfe, weiche Fragmente, die der Magen-Darm-Trakt des Hundes problemlos verarbeiten kann. Trotzdem gilt: Weiche Knochen für Welpen, keine harten Markknochen.
"Der Kot ist weiß und hart!"
Ein Zeichen für zu viel Knochen in der Ration. Reduziere den Knochenanteil und erhöhe den Fleischanteil. Der Kot sollte fest, aber nicht krümelig-weiß sein. Bei Welpen ist die richtige Knochenmenge besonders wichtig, weil zu viel Kalzium das Knochenwachstum negativ beeinflussen kann.
Wie viel Knochen für Welpen?
Bei Welpen sollten rohe fleischige Knochen etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtration ausmachen. Das ist etwas weniger als bei erwachsenen Hunden. Der Grund: Welpen großer Rassen sollten nicht zu viel Kalzium bekommen, weil das das Skelettwachstum beeinflussen kann. Zu viel Kalzium kann paradoxerweise zu Wachstumsstörungen führen.
Bei kleinen und mittelgroßen Rassen ist das Risiko geringer, aber auch hier ist Maßhalten angesagt. Beobachte den Kot, er ist der beste Indikator. Fest und braun: alles gut. Weiß und krümelig: weniger Knochen. Sehr weich: vielleicht etwas mehr Knochen.
Der Zahnwechsel: Knochen-Pause?
Zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat wechseln die Milchzähne. In dieser Phase kann das Kauen auf harten Knochen unangenehm sein. Wenn dein Welpe plötzlich Knochen verschmäht, die er vorher gern gefressen hat, prüfe, ob er gerade im Zahnwechsel ist. Wackelzähne, gerötetes Zahnfleisch und vermehrtes Sabbern sind typische Anzeichen.
Während des Zahnwechsels kannst du auf gewolfte Knochen umsteigen oder sehr weiche Knochen wie Hühnerhälse anbieten. Manche Welpen kauen gerade in dieser Phase besonders gern auf kalten Knochen, friere sie vorher kurz ein, die Kälte lindert das Zahnfleisch-Unbehagen.
Das Welpen-Knochen-Fazit
Die erste Knochenfütterung ist ein Meilenstein in der BARF-Reise deines Welpen. Mit weichen, fleischigen Knochen, der richtigen Größe und deiner Aufsicht ist sie sicher und unkompliziert. Trau dich, dein Welpe wird es lieben, und du wirst staunen, wie geschickt selbst kleine Welpen mit rohen Knochen umgehen. Die Natur hat das so vorgesehen, und Generationen von Hunden haben Knochen gefressen, lange bevor es Fertigfutter gab. Vertrau deinem Welpen und begleite ihn dabei, ihr schafft das.
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Veröffentlicht durch die BARFguide-Redaktion. Veröffentlicht am 28. August 2026.
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